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Guido Wolf, der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2016 in Baden-Württemberg winkt in Ulm beim Landesparteitag der CDU nach seiner Rede den Beifall spendenden Delegierten zu.
Guido Wolf, der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2016 in Baden-Württemberg winkt in Ulm beim Landesparteitag der CDU nach seiner Rede den Beifall spendenden Delegierten zu. © dpa
24.01.2015

CDU will mit Guido Wolf als neuem Hoffnungsträger zurück an die Regierung

Die Südwest-CDU will mit ihrem neuen Hoffnungsträger Guido Wolf die Landtagswahl 2016 gewinnen und zurück an die Macht. Der 53-Jährige wurde am Samstag beim Landesparteitag in Ulm mit großer Mehrheit zum Spitzenkandidaten gekürt.

«Wir sind geschlossen, wir können kämpfen, und wir wollen gewinnen», sagte Wolf. Der neue Frontmann der CDU zeigte sich angriffslustig und wurde von den Parteimitgliedern begeistert gefeiert. Am Dienstag soll er den Fraktionsvorsitz im Stuttgarter Landtag übernehmen.

Der Landesparteitag in Ulm wählte Wolf mit 93,8 Prozent zum Spitzenkandidaten. Zuvor hatte sich die Parteibasis in einer Mitgliederbefragung für den 53-Jährigen ausgesprochen, CDU-Landeschef Thomas Strobl musste sich im Dezember geschlagen geben.

Der bisherige Landtagspräsident Wolf ist nun Herausforderer von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der im Südwesten äußerst populär ist. 2011 hatte die CDU erstmals in der Geschichte Baden-Württembergs die Regierungsmacht verloren.

Die Grünen kritisierten, Wolf habe keine inhaltlichen Alternativen zur erfolgreichen Arbeit der grün-roten Landesregierung zu bieten. SPD-Generalsekretärin Katja Mast wetterte, die Bewerbungsrede Wolfs sei ein «Aufbruch in die Spießbürgerlichkeit» gewesen.

Wolf kündigte an, er wolle im Wahlkampf ganz auf Teamarbeit setzen. Die CDU brauche «keinen Solotänzer, keinen Dirigenten ohne Orchester». Mit CDU-Landeschef Strobl will er gewissermaßen als Doppelspitze in den Wahlkampf gehen. Die CDU-Mitgliederbefragung, bei der Strobl das Nachsehen hatte, habe keinen «Scherbenhaufen» hinterlassen, betonte Wolf.

Bei 338 abgegebenen Stimmen votierten 315 Delegierte für den 53-Jährigen als Spitzenkandidaten. Es gab zwei Enthaltungen, die nicht in die prozentuale Berechnung des Ergebnisses einflossen. Wolf sagte nach seiner Wahl, er wolle nun «raus zu den Leuten», auch um noch bekannter im Land zu werden. Nachwuchspolitiker der Jungen Union feierten den Hoffnungsträger der Partei - auch mit «Wir für Guido»-Slogans auf ihren T-Shirts.

Zuvor hatte auch Strobl die Partei darauf eingeschworen, gemeinsam für einen Machtwechsel zu kämpfen. «Grün-Rot wird zu einer Fußnote der Geschichte Baden-Württembergs.» Kretschmann müsse mit seiner Bilanz entzaubert werden. Die Bilanz zeige nur eines: «Worte, Worte, Worte - und ganz wenig gute Taten.» Es werde 2016 für die CDU nicht einfach. «Aber wir haben gute Chancen.» Grün-Rot habe seit mehr als einem Jahr in Umfragen bei der «Sonntagsfrage» keine Mehrheit mehr.

Wolf attackierte Grün-Rot quer durch alle Politikfelder. Die Regierung entwickele sich immer mehr zum Zukunftsverweigerer. Die CDU wolle für Baden-Württemberg der Zukunfts-Möglichmacher sein.

Dem von den Regierungsparteien angestrebten Schulkonsens im Land erteilte er eine klare Absage. Auf dem Höhepunkt des Unmuts in der Bildungspolitik solle die CDU dafür herhalten, dass die Pfeile nicht alle bei der Landesregierung landeten. Doch dafür werde sich die CDU nicht hergeben, rief er. Die CDU wolle für eine Bildungspolitik kämpfen, die sich an den individuellen Fähigkeiten und Talenten der Kinder ausrichte. «Bildungspolitische Gleichmacherei lehnen wir ab.» Die CDU wolle starke Realschulen und starke Berufsschulen.

Ein zweites zentrales Thema für Wolf ist die Wirtschaftspolitik. Zwar habe sich Kretschmann diese auch auf die Fahnen geschrieben - aber mit zwei linken Parteien an der Hand lasse sich keine bürgerliche Politik gestalten, sagte der 53-Jährige.

Der Parteitag wählte auch die designierte Generalsekretärin Katrin Schütz offiziell ins Amt. Strobl hatte die 47 Jahre alte Landtagsabgeordnete an seine Seite geholt. Offiziell stehen im Herbst wieder Vorstandswahlen an. Bislang sieht es danach aus, dass Strobl sich dann für eine Wiederwahl zur Verfügung stellt.