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Möchte die CDU zurück an die Macht führen: CDU-Fraktionschef und Spitzenkandidat Guido Wolf. Foto: dpa
Möchte die CDU zurück an die Macht führen: CDU-Fraktionschef und Spitzenkandidat Guido Wolf. Foto: dpa
05.08.2015

CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf will keinen Landtagswahlkampf bis aufs Blut

Nach fünf Jahren in der Opposition will die CDU im März 2016 an die Macht. Auf mögliche Koalitionspartner mag sich Spitzenkandidat Guido Wolf aber nicht festlegen. Sein Credo: keine Optionen verbauen, es sich im Wahlkampf mit keiner anderen demokratischen Partei völlig verderben. „Ich versuche, den Wahlkampf so zu führen, dass das Tischtuch zu keinem potenziellen Partner zerschnitten wird“, sagt der Herausforderer von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in Stuttgart.

„Nichts wäre fataler als die Situation, dass man zwar rechnerisch miteinander könnte, aber aufgrund heftigster Auseinandersetzungen im Wahlkampf von Anfang an nicht zu einander findet.“ Und auf Nachfrage sagt er: „Das schließt die Grünen ausdrücklich mit ein.“ Wolf geht davon aus, dass es auch die FDP 2016 wieder in den Landtag schafft. Die CDU werde aber den Fehler nicht wiederholen, sich auf einen Koalitionspartner festzulegen. „Wir kämpfen für uns bis zum Wahltag.“ Mit der FDP habe die CDU in der Vergangenheit schon gute Erfahrungen gemacht. „Das wird bei möglichen Koalitionsgesprächen auch eine Rolle spielen“, betont Wolf. „Aber ich kann mir durchaus auch eine Koalition mit der SPD oder den Grünen vorstellen.“

2011 hatte Grün-Rot nach 58 CDU-Regierungsjahren überraschend die Macht in Baden-Württemberg übernommen. Die jüngsten Umfragen gehen von einem knappen Rennen zwischen Grün-Rot und Schwarz-Gelb 2016 aus. Wolf will sich im Gespräch nicht auf eine Prozentzahl als Zielmarke für seine Partei für die Landtagswahl festlegen. „Ich will gewinnen. Ich will Ministerpräsident werden. Ich will, dass die CDU so stark wird, dass gegen sie nicht regiert werden kann.“

Zudem legt Wolf in der Debatte um Kretschmanns Zukunft nach. Der grüne Ministerpräsident hatte im „Spiegel“ angekündigt, im Falle einer Niederlage bei der Landtagswahl aufhören zu wollen. Wolf meint dazu: „Wer seinen Ausstieg aus der Politik zum Thema macht, der darf sich nicht wundern, wenn sogleich die Nachfolgefrage gestellt wird.“ Dass Kretschmann sieben Monate vor der Wahl über einen Ausstieg aus der Politik rede, zeige, dass er sich vielleicht intensiver mit der Frage befasst habe, als man das habe annehmen können. „Es gibt dieses Sprichwort: Wovon das Herz voll ist, läuft der Mund über.“

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hatte Kretschmann im Interview mit der „Pforzheimer Zeitung“ Verschleißerscheinungen attestiert. So weit möchte Wolf nicht gehen. „Wenn man nach schlechten Tagen gleich von Verschleißerscheinungen sprechen wollte, dann wäre das überzogen.“ Im harten Politikgeschäft gebe es Tage, an denen man sich mehr anstrengen müsse als an anderen. „Das gilt für Kollegen aller Altersklassen.“ Dass das Amt eines Ministerpräsidenten ein extrem Kräfteraubendes ist, sei „wohl wahr“.