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Mit einer bunten Parade durch die Innenstadt haben rund 3000 Menschen am Samstag den zwölften Christopher Street Day (CSD) in Stuttgart gefeiert. Rund 200.000 haben zugeschaut. © dpa
29.07.2012

CSD in Stuttgart: 200.000 sehen schrill-schöne Schwulenparade

Mit einer bunten Parade durch die Innenstadt haben rund 3000 Menschen am Samstag den zwölften Christopher Street Day (CSD) in Stuttgart gefeiert. Unter dem Motto «Gleichbeschäftigt – Lesben und Schwule aus dem Schrank» demonstrierten sie für Gleichberechtigung. Nach Angaben der Polizei verfolgten rund 200.000 Zuschauer das Spektakel.

Bildergalerie: Christopher Street Day (CSD) in Stuttgart

Zu der Veranstaltung angemeldet hatten sich 58 unterschiedliche Gruppen. Schwule, Lesben, Bi- und Intersexuelle sowie Transgender machten auf Diskriminierungen am Arbeitsplatz aufmerksam und warben für mehr Offenheit. Zahlreiche Berufsgruppen sowie politische Parteien waren vertreten.

Mit den Teilnehmer- und Zuschauerzahlen wurden die Dimensionen des Vorjahres erreicht und damit die Erwartungen der Veranstalter erfüllt. Die Veranstaltung verlief friedlich. Die Organisatoren äußerten sich zufrieden. Der CSD sei erneut auf eine große und positive Resonanz gestoßen, die politischen Botschaften seien transportiert worden. «Wir haben ein buntes und starkes Signal gesetzt», sagte der Leiter des CSD, Christoph Michl.

«Noch immer sind Diskriminierungen von Lesben und Schwulen in Köpfen und Gesetzen verankert», erklärte die Sprecherin der Grünen Jugend Baden-Württemberg, Jessica Messinger. Es müsse mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden. Homosexualität gehöre in den Lehrplan der Schulen und müsse im Unterricht zum Thema werden.

Die Suche nach einem aus der Wirtschaft stammenden Schirmherrn für den diesjährigen CSD hatte sich im Vorfeld schwierig gestaltet. Der Berliner Unternehmer Harald Christ erklärte sich schließlich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Er trat am Samstag bei der Abschlusskundgebung auf. Christ betreibt eine Firma im Bereich Vermögensverwaltung. Er war 2009 zudem Mitglied im Schattenkabinett von Frank-Walter Steinmeier (SPD) zur Bundestagswahl. dpa