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Chemieunterricht in der Schule kann spannend sein. In einer Schule in Weil am Rhein wird es in den nächsten Tagen jedoch keinen Chemieunterricht geben, denn wegen einer kaputten Bromflasche musste das Schulgebäude evakuiert werden.
Chemieunterricht in der Schule kann spannend sein. In einer Schule in Weil am Rhein wird es in den nächsten Tagen jedoch keinen Chemieunterricht geben, denn wegen einer kaputten Bromflasche musste das Schulgebäude evakuiert werden. © dpa
16.09.2011

Chemieunfall in Schule: 41 Opfer mit Verätzungen

Weil am Rhein. Bei einem Chemieunfall in einer Schule in Weil am Rhein (Kreis Lörrach) sind am Freitag 41 Menschen verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen haben Schüler außerhalb des Unterrichts eine Flasche mit Brom zerbrochen. Die näheren Umstände werden noch untersucht. Der giftige Dampf verätzte die Atemwege von mehreren Schülern und Lehrern sowie von vier Polizeibeamten, teilte ein Sprecher mit.

Sanitäter versorgten die Verletzten im Schulhof und brachten sie dann in umliegende Kliniken. Die meisten von ihnen wurden bereits wieder entlassen.

Brom wird im Chemieunterricht unter anderem für den Nachweis von Kohlenstoffverbindungen verwendet. Die Dämpfe können die Haut und die Schleimhäute reizen und in großer Konzentration zu sogenanntem erstickendem Bromhusten führen.

Die Schulleitung alarmierte sofort die Rettungskräfte und evakuierte das Gebäude. Die Feuerwehr errichtete vor dem Fenster des Klassenzimmers eine Wassersperre, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Mit Atemschutz konnten Fachleute schließlich einen Teil des giftigen Stoffs sichern. In den kommenden Tagen muss die Schule gründlich dekontaminiert werden, solange darf sie nicht betreten werden.

Die Polizei sperrte während des Einsatzes das Gelände großräumig ab und rief die Anwohner auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Nach wenigen Stunden konnte dann Entwarnung gegeben werden. Insgesamt waren mehr als 30 Polizeibeamte im Einsatz. Die Feuerwehr kam mit 13 Fahrzeugen. Dabei wurde sie von der Berufsfeuerwehr in Basel unterstützt. Zudem kümmerten sich drei Notärzte und zehn Krankenwagenbesatzungen um die Verletzten. dpa