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Foto: Symbolbild © dpa
06.03.2015

Christen töten: Polizei ermittelt wegen islamistischer Parolen von Schülern

In einer Grundschule in Neu-Ulm sind mehrere Schüler mit islamistischen Äußerungen im Unterricht aufgefallen. Die Behörden bestätigten am Freitag einen entsprechenden Bericht der «Augsburger Allgemeinen». Laut der Zeitung haben Kinder in Ethik-Stunden verkündet, dass Christen getötet werden müssten und dass die Terroropfer des französischen Satiremagazins «Charlie Hebdo» den Tod verdient hätten.

Etwa zehn Schüler sollen demnach extremistische Äußerungen von sich gegeben haben. Nicht alle muslimischen Kinder seien so aufgefallen, «es sind aber auch zu viele, um von Einzelfällen zu sprechen», zitiert die Zeitung die Rektorin der Grundschule.

Das schwäbische Neu-Ulm und das benachbarte Ulm galten früher als eine Hochburg des islamischen Extremismus in Deutschland. Im Jahr 2005 war das sogenannte Multikulturhaus in Neu-Ulm geschlossen und der entsprechende Verein vom bayerischen Innenministerium verboten worden. In dem Zentrum soll es zuvor immer wieder Hass-Predigten gegeben haben. Die Sicherheitsbehörden in Baden-Württemberg waren an den Aktionen gegen die damalige Islamistenszene in beiden Städten beteiligt.

Die Polizei versucht nun herauszufinden, von wem die strafunmündigen Kinder an der Grundschule die Parolen haben. Es werde wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen unbekannt ermittelt, sagte ein Polizeisprecher.

Die Schule will keine Intoleranz dulden und hat mit mehreren Projekten auf die Vorfälle reagiert. So gibt es auch eine entsprechende Resolution des Elternbeirates. «Das sind Aussagen, die man nicht stehen lassen kann», sagte Ludwig Unger, Pressesprecher des Kultusministeriums in München. Entsprechend sei die Schule tätig geworden und habe pädagogische Gegenmaßnahmen ergriffen. Der langjährige Ministeriumssprecher kennt keinen vergleichbaren Vorfall in Bayern: «Solche Äußerungen von Grundschülern habe ich noch nicht gehört.»

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