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Wegen des Hygieneskandals am Mannheimer Uniklinikum haben mehrere Staatsanwälte Krankenhausräume durchsucht.
Hygieneskandal an Uniklinikum Mannheim © dpa
30.10.2014

Dänzer zieht weitere Konsequenzen aus Mannheimer Hygieneskandal

Der zurückgetretene Geschäftsführer des Uniklinikums Mannheim, Alfred Dänzer, zieht weitere Konsequenzen aus dem Hygieneskandal in dem Krankenhaus. Der 66-Jährige zieht sich auch als Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zurück: Bei den Neuwahlen werde er nicht mehr kandidieren, wie ein Sprecher am Donnerstag sagte.

«Um nachteilige Diskussionen vom Verband abzuhalten, bin ich zu dem Ergebnis gekommen, in der Präsidenten-Funktion keine öffentlichen Termine mehr wahrzunehmen», schreibt Dänzer in einem Brief an Präsidium, Vorstand und Mitgliedsverbände der DKG, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Zuvor hatte der «Mannheimer Morgen» (Donnerstag) von dem Rückzug berichtet. Dänzers Amtsperiode als DKG-Präsident endet regulär am 31. Dezember 2014. Seit bei einer Überprüfung in der Mannheimer Klinik Hygienemängel festgestellt worden waren, ist das Krankenhaus in der Defensive. Inzwischen werden die Vorwürfe immer lauter. Wegen neuer Anzeigen und Hinweise weitete die Staatsanwaltschaft ihr Ermittlungsverfahren aus.

Dänzer schreibt, die Kommunalen Spitzenverbände hätten ihn als Kandidaten für die nächste Amtszeit bereits benannt. «Ich habe den Deutschen Städtetag gebeten, die Benennung zurückzuziehen.» Seinen Rücktritt vom Posten am Uniklinikum Mannheim hatte er vergangene Woche eingereicht. Die Wahl eines neuen Präsidenten der DKG steht nach Angaben eines Sprechers voraussichtlich Ende November an.

Klinik-Aufsichtsratschef und Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) hatte Dänzer nach dessen Rücktritt als Geschäftsführer verteidigt: Der Schritt sei nicht als ein Eingeständnis persönlicher Verantwortung zu bewerten. Dänzer begründe seinen Schritt «mit der teils fehlenden Vertrauensbasis im Haus».