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17.07.2012

"Das Fest und vieles mehr" - Hoepfner-Geschäftsführer Matthias Schürer im Interview

Matthias Schürer ist zum einen Präsident des baden-württembergischen Brauerbundes, zum anderen Chef der Privatbrauerei Hoepfner in Karlsruhe. Aus seiner Sicht als Präsident des baden-württembergischen Brauerbundes gibt es im Jahr 2012 große Ereignisse, aber es ist immer noch nicht ganz einfach, mit dem Bier, um es vorsichtig auszudrücken. Im Interview mit der Pforzheimer Zeitung redet Matthias Schürer über „Das Fest 2012“, aber auch über ganz alltägliche Aufgaben einer Brauerei.

Frage:

Wie sind Sie in den Sommer 2012 denn so rein gekommen?

Schürer:

Es bleibt spannend: Wir haben ja jetzt im Juni unsere Europameisterschaft hinter uns gebracht. Da waren große Hoffnungen damit verknüpft. Zwischenzeitlich müssen wir feststellen, dass die Gastronomie eher gelitten hat, da viele Menschen zu Hause geschaut haben und damit auch zu Hause Bier getrunken haben. Das heißt, im Flaschenbierbereich haben wir Zuwächse gehabt. Im Fassbierbereich ist in der Regel etwas Zurückhaltung geübt worden.

Frage:

Sponsoring ist ein wichtiges Stichwort heutzutage. Viele Brauereien, insbesondere die Brauerei Hoepfner, unterstützt im Bereich Sport, Kultur, Vereine, Institutionen, Social Marketing und ähnliche Dinge. Wie sind Sie da aufgestellt momentan?

Schürer:

Also wir sind da recht breit aufgestellt. Allerdings nicht so, dass wir Spitzensportler der Welt so stark sponsern, sondern wir schauen, dass wir in unserer Region die Mittel verwenden für Förderung des Vereinssports. Aber auch Förderung, in dem ein oder anderen Fall, im kulturellen Bereich. Dass einfach Dinge stattfinden können - nehmen Sie „Rock am Wald“ oder ähnliches. Diese Veranstaltungen können dann stattfinden, was sonst möglicherweise nicht der Fall wäre.

Frage:

Sie haben jetzt gerade ein wichtiges Stichwort geliefert. Das heißt, das Geld kommt nicht einfach nur der Imagepflege zu Gute, sondern die Veranstalter brauchen es wirklich. Viele, Vereine insbesondere, sind ja, wie man weiß, in Baden-Württemberg und anderswo, sehr, sehr unter Druck. Zweckgebundene Verwendung der Mittel ist so ein neues Stichwort. Schauen Sie heute ein bisschen mehr darauf zu sagen: „Wir wollen schon wissen, was wir mit unserem Geld da tun. Damit wir wirklich was bewegen können“?

Schürer:

Das ist richtig, das kommt mehr und mehr. Wir möchten Dinge befördern, die nachhaltig sind und das tun wir in vielen, vielen Fällen. Nehmen wir zum Beispiel Mal „Das Fest“ in Karlsruhe. Das Fest hat sich in erweitert. Der Kinder- und Familienbereich ist größer geworden, aber auch der Sportbereich ist zur Europahalle verlagert worden. Dies haben wir mit befördert. Wir hatten zusammengesessen und gesagt: „Was können wir denn tun? Wo können wir als Brauerei noch etwas tun?“. Und für uns steht einfach die Geselligkeit an oberster Stelle

Frage:

Dazu braucht man auch die Partner. Hat sich denn auch bei den Partnern etwas entwickelt? Ich weiß, Sven Varsek, Martin Wacker, die sind ja auf der anderen Seite, man sitzt mit den Leuten zusammen. Da muss ja auch ein offenes Ohr da sein. Nicht zu sagen: „Komm wir schauen Mal nach zehn Sponsoren, wir kriegen da so und so viel Geld“. Sondern, man sagt: „Okay, wir sind bereit. Wie können wir einen Weg finden, hier etwas zu befördern?“.

Schürer:

Also es ist nicht nur ein offenes Ohr da, von der Leitung von „Das Fest“. Sondern seit vielen Jahren ist, man nennt es neudeutsch Brainstorming- Workshop. Man denkt gemeinsam darüber nach: „Was wird die Zukunft bringen? Was kann dem FEST in der Zukunft helfen?“ Es ist nicht nur Musik. Musik ist sehr, sehr wichtig, ist richtig toll. Da kriegen wir 200.000 Leute aus der Region her. Aber wir müssen auch etwas für Karlsruhe und die engere Umgebung tun. Dass die Menschen auch einmal zu DAS FEST kommen, wenn Sie nicht Musik hören wollen.

Frage:

Also, jetzt freuen wir uns auf jeden Fall erst Mal auf DAS FEST. Das werden tolle Tage, denke ich Mal. Sie werden selber auch dabei sein?

Schürer:

Ja, natürlich, meine Söhne auch (lacht).

Frage:

Gibt’s irgendetwas Besonderes? Genießen Sie einfach die Atmosphäre, oder irgendeine Gruppe wo Sie sagen: „Da stehe ich und das muss ich sehen!“?

Schürer:

Ehrlich gesagt: Für mich ist immer die Atmosphäre das Entscheidende. Denn das ist es, was Das FEST ausmacht.