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Der mächtige Bohrkopf des Spezialmaschinenherstellers Herrenknecht in Schwanau misst im Durchmesser 9,32 Meter. Er wird für die Arbeitsgemeinschaft Stadtbahntunnel in Karlsruhe unter der Fußgängerzone eingesetzt werden. Seeger
Der mächtige Bohrkopf des Spezialmaschinenherstellers Herrenknecht in Schwanau misst im Durchmesser 9,32 Meter. Er wird für die Arbeitsgemeinschaft Stadtbahntunnel in Karlsruhe unter der Fußgängerzone eingesetzt werden. Seeger
09.06.2014

Das Jahrhundertprojekt in Karlsruhe tritt in seine entscheidende Phase

In wenigen Wochen werden sich 80 Schwertransporter über die A5 nach Norden schleppen. Ihr Ziel ist die Großbaustelle am Durlacher Tor in Karlsruhe. Dort wird die insgesamt 1300 Tonnen schwere Ladung der Laster zusammengebaut: Die Tunnelbohrmaschine Mixschild S-869 soll sich ab Ende Oktober neun Monate lang durch Kies und Sand im Karlsruher Untergrund fräsen.

Ab 2018 müssen sich dann die Straßenbahnen nicht mehr im Minutentakt durch die Fußgängerzone in der Innenstadt schieben, sondern können unterirdisch verlaufen. Noch steht der Tunnelbohrer auf dem Werksgelände des Spezialmaschinen-Herstellers Herrenknecht im südbadischen Schwanau (Ortenaukreis). Bei der offiziellen Übergabe drückt Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) auf den roten Knopf, der das in den badischen Farben Gelb und Rot lackierte Schneidrad des Karlsruher Tunnelbohrers in Bewegung setzt. „Vor einem Jahr war das ein bisschen kitzlig“ – Mentrup erinnert an die Insolvenz des österreichischen Baukonzerns Alpine. Schließlich wäre es nicht sinnvoll gewesen, eine Bohrmaschine zu bestellen, wenn die Baustelle dafür nicht vorbereitet werden könnte.

Inzwischen lässt sich eine Verzögerung von zwei Jahren nicht mehr einholen – diese entstand nach dem Spatenstich am 20. Januar 2010 unter anderem, weil an der Kaiserstraße historische Fundamente entdeckt wurden. Auch die Kosten des Jahrhundertprojekts sind in die Höhe gegangen. „Es mag noch die einen oder anderen Mehrkosten geben“, sagt Mentrup. „Aber wir sind optimistisch, dass wir am Ende die 900-Millionen-Grenze halten können.“ Parallel zum Straßenbahntunnel wird in der „Kombilösung“ die Kriegsstraße zu einer lebensfreundlichen Achse umgestaltet.