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Gegner der Pegida-Kundgebung in Karlsruhe demonstrieren © dpa
25.02.2015

Demo: Vier verletzte Polizisten bei Pegida-Kundgebung in Karlsruhe

Polizeikräfte aus weiten Teilen Baden-Württembergs haben am Dienstagabend einen Aufmarsch von 200 Anhängern der nationalistischen Pegida-Bewegung in Karlsruhe gesichert.

Bildergalerie: Karlsruhe: Vier verletzte Polizisten bei Pegida Kundgebung

Rund 700 Gegendemonstranten protestierten gegen den Umzug im Stadtzentrum. Die Polizisten trennten beide Seiten, dabei setzten sie vereinzelt Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Vier Beamte wurden leicht verletzt. Unter ihnen sind zwei, die bei der Zündung von Böllern ein Knalltrauma erlitten. Die Einsatzleitung sprach in ihrer Bilanz von einem «größtenteils friedlichen» Verlauf. Die Pegida-Organisatoren kündigten für kommenden Dienstag eine weitere Kundgebung in Karlsruhe an.

Bildergalerie: Pegida-Bewegung demonstriert in Karlsruhe - Zahlreiche Gegendemonstranten

Auf ihrem Weg zum Karlsruher Schloss trugen die Pegida-Anhänger Deutschlandfahnen und skandierten Sprechchöre wie «Lügenpresse», «Widerstand» und «Wir sind das Volk». Bei einer Auftaktkundgebung sagte ein Redner, linksgerichtete Parteien wollten «einen Genozid an unserem Volk machen». Die «islamische Gefahr» werde von den Medien verschwiegen, und Deutschland sei dabei, «sein Hausrecht zu verlieren», da immer mehr Muslime und Migranten hierherkämen.

Die Gegendemonstranten folgten vier verschiedenen Aufrufen zum Protest gegen Pegida und für eine vielfältige und offene Stadtkultur. In Sprechchören riefen sie: «Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda». In der Kaiserstraße, wo wegen der Demonstration der Straßenbahnverkehr eingestellt wurde, kam es immer wieder zu lautstarken Wortgefechten zwischen Pegida-Anhängern und Gegendemonstranten sowie Passanten.

Bislang fand die von Dresden ausgehende Protestbewegung gegen die islamische Kultur und die Aufnahme von Armutsflüchtlingen kaum Resonanz in Baden-Württemberg. In Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) hatte es im Januar zwei Pegida-Demos mit jeweils 50 bis 100 Teilnehmern und deutlich mehr Menschen bei Gegenaktionen gegeben.