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Freie Fahrt auf der Karlsruher Rheinbrücke gibt es am Sonntag nur bedingt. Eine Demonstration wird zur Sperrung für den Verkehr aus der Pfalz in Richtung Karlsruhe sorgen.  
Freie Fahrt auf der Karlsruher Rheinbrücke gibt es am Sonntag nur bedingt. Eine Demonstration wird zur Sperrung für den Verkehr aus der Pfalz in Richtung Karlsruhe sorgen.   © dpa
17.07.2015

Demonstration mit Sperrung der Rheinbrücke am Sonntag: Karlsruher OB Mentrup fordert Absage

Karlsruhe feiert den Stadtgeburtstag, der Einzelhandel hofft am verkaufsoffenen Sonntag auf gute Umsätze, es gibt einen Autokorso und viele freuen sich auf den Abendbummel und die Lichtspiele. Doch wer von der linken Rheinseite kommt, wird es sich am Nachmittag zweimal überlegen, ob er die Fahrt nach Karlsruhe auf sich nimmt, denn wegen einer Demonstration gibt es eine Vollsperrung der Rheinbrücke. Wohl mit entsprechendem Umleitungs- und Stauchaos und vielen verärgerten Autofahrern. In einer offenen Mail fordert Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup den Vorsitzenden des CDU-Stadtverbands Wörth, Steffen Weiß, auf, die Demonstration am kommenden Sonntag abzusagen.

„Nicht mir zuliebe, sondern der ohne aktuellen Grund und Anlass von Ihnen unnötig in Ihrer Mobilität massiv eingeschränkten Menschen“, wie das Karlsruher Stadtoberhaupt betont. „Mit dem Beginn der vorbereitenden Maßnahmen ab 16.00 Uhr und der Vollsperrung ab 17.30 Uhr“ würde die Demonstration massiv in die Zufahrtsmöglichkeiten nach Karlsruhe und in eine ganze Reihe von besonderen Veranstaltungen eingreifen, so Mentrup.

Weiß wolle die Demonstration „auf jeden Fall“ durchziehen, sagte er gegenüber PZ-news. Die regelmäßig von Staus betroffenen Pendler, die unter der Woche keine Zeit hätten, könnten am Sonntag auf der Rheinbrücke mitmarschieren „und so ein Zeichen setzen“. Nach rund eineinhalb Stunden, so schätzt es Weiß, sei der Demonstrationszug auf der anderen Seite der Rheinbrücke angekommen. Danach könne der Verkehr aus Richtung Pfalz wieder nach Karlsruhe fließen.

Unabhängig davon, ob man für oder gegen die zweite Rheinbrücke sei, so Mentrup, sei die Demonstration „populistische Stimmungsmache“, weil sich durch sie nichts „beeinflussen oder erreichen lässt“. Fakt sei vielmehr, dass „dank der Unterschätzung der naturschutzrechtlichen und anderer Probleme durch die pfälzischen (!) Planungsbehörden jetzt leider bis ins Jahr 2016 auf den Planfeststellungsbeschluss“ gewartet werden müsse - „zwei Jahre länger als angekündigt und auch dringend benötigt“, unterstreicht Mentrup. Bevor dieser Beschluss nicht vorliege und dann endlich eine Klärung erfolgen könne, ob diese Planung zu einer zweiten Querung führe oder nicht, „passiert nichts“, so der OB.

Mentrup fordert daher Weiß auf, diese Demonstration am Sonntag abzusagen. Aber Weiß will sich nicht davon abhalten lassen.