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Strahlender Sieger der OB-Wahl in Ulm: Finanzbürgermeister Gunter Czisch (CDU), zusammen mit seiner Ehefrau Sigrid. Foto: Zickenheimer
Strahlender Sieger der OB-Wahl in Ulm: Finanzbürgermeister Gunter Czisch (CDU), zusammen mit seiner Ehefrau Sigrid. Foto: Zickenheimer
30.11.2015

Der CDU-Sieg in Ulm und die Landtagswahl

Ulm/Stutttgart. Der CDU-Sieg bei der Oberbürgermeisterwahl in Ulm lässt nach Ansicht von SPD-Spitzenleuten keine Rückschlüsse auf die Landtagswahl im März 2016 zu. Oberbürgermeisterwahlen seien immer Persönlichkeitswahlen, betonte gestern SPD-Landeschef Nils Schmid. Der langjährige Ulmer Finanzbürgermeister Gunter Czisch (CDU) hatte – wie berichtet – die Wahl am Sonntag im ersten Durchlauf mit rund 53 Prozent der Stimmen gewonnen. Nach drei Amtszeiten war Rathauschef Ivo Gönner (SPD) nicht mehr angetreten, der SPD-Kandidat Martin Rivoir holte knapp 30 Prozent.

CDU-Landeschef Thomas Strobl und der Spitzenkandidat der Partei zur Landtagswahl, Guido Wolf, hatten von einem deutlichen Zeichen für die Landtagswahl gesprochen. „Dieser Abend hat gezeigt, dass die CDU auch die Großstädte gewinnen kann“, sagte Wolf. „Herr Wolf kann mit Urbanität so viel anfangen wie ein Fisch mit dem Fahrrad“, entgegnete Schmid. „Die Oberbürgermeisterwahl in Ulm hat mit der Landtagswahl überhaupt nichts zu tun“, betonte dagegen auch SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel. Vielmehr hätten sich die Ulmer eine Fortführung der erfolgreichen Politik gewünscht – das hätten sie an Czisch festgemacht, der lange als Stellvertreter mit Gönner zusammengearbeitet hatte.

Auch der künftige OB selbst blieb zurückhaltend und sprach von einer Persönlichkeitswahl. „Wenn sich die CDU jetzt motiviert fühlt, dann freue ich mich darüber“, sagte Czisch. „Wenn man mit beiden Füßen auf dem Wertefundament der CDU steht, dann ist das ja auch ein Zeichen.“

Die Grünen drehten den Spieß herum. „Der Wahlausgang sollte für Herrn Wolf viel eher Anlass zur Sorge sein“, sagte Lena Schwelling, Landesvorsitzende der Grünen Jugend und Ulmer Stadträtin. Es sei klar, dass sich die Wähler vor allem nach Personen richteten – daher werde Wolf im März gegen Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) scheitern.