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Papst Benedikt XVI. ist der erste Papst, der Freiburg besucht. Foto: dpa
papst © dpa
21.09.2011

Der Papst will in Freiburg Zeichen setzen

Freiburg. Mit Benedikt XVI. kommt erstmals ein Papst nach Freiburg. Erstmals vor drei Jahren wurde spekuliert, dass der Pontifex Freiburg besucht, vor zehn Monaten wurde die Visite schließlich offiziell bestätigt. Die Nachrichtenagentur dpa beantwortet die zehn wichtigsten Fragen zum Papstbesuch.

Warum kommt der Papst nach Freiburg?

Freiburg ist Sitz der zweitgrößten Diözese Deutschlands. Zudem ist Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch Chef der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und damit regelmäßiger Gast im Vatikan und der direkte Ansprechpartner von Benedikt XVI., wenn es um die katholische Kirche in Deutschland geht. Freiburg kam deshalb auf die Reiseroute, zumal noch nie zuvor ein Papst hier war.

Was wird der Papst in Freiburg unternehmen?

Er wird in Freiburg zwei Gottesdienste feiern. Ein Abendgebet unter freiem Himmel mit Jugendlichen am Samstag auf dem Messegelände und einen Tag später eine Heilige Messe auf dem benachbarten Flugplatzgelände. Zudem wird er am Samstag mit dem Papamobil durch die Innenstadt fahren, das Münster besuchen, Gespräche führen und zum Abschluss seines Deutschlandbesuchs am Sonntag eine Rede halten.

Was verbindet Benedikt XVI. mit Freiburg?

Der Papst hat Erinnerungen ans Freiburger Münster. Hier war er zuletzt 1978 mit Mutter Teresa beim Deutschen Katholikentag zu Gast, damals noch als Joseph Ratzinger. Fast auf den Tag genau 33 Jahre später wird er an diesen Ort zurückkehren. Er wird im Münster beten.

Welche Bedeutung hat Freiburg innerhalb der gesamten Deutschlandreise des Papstes?

Freiburg ist die Station der Deutschlandreise, für die sich der Papst am meisten Zeit nimmt. Hier werden auch die meisten Besucher erwartet, es wird den größten Gottesdienst der Reise geben sowie die Abschlussrede. Bevor er nach Freiburg kommt, besucht der Papst Berlin und das Bistum Erfurt. Während in der Hauptstadt politische Themen im Vordergrund stehen, geht es in Thüringen um die Ökumene. In Freiburg stehen vor allem pastorale Fragen im Mittelpunkt.

Was wird der Papstbesuch kosten?

Die Kirche in Freiburg geht davon aus, dass sie rund 11 Millionen Euro investieren muss, die Stadt Freiburg zusätzlich 300 000 Euro. Auch das Land und der Bund müssen zahlen, vor allem für die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen. Diese Kosten sind öffentlich nicht beziffert. Das Land hat im Nachtragshaushalt 5 Millionen Euro eingestellt. Die Kirche in Deutschland insgesamt rechnet mit Kosten, die sie übernehmen muss, in Höhe von 20 bis 30 Millionen Euro.

Wie feiert der Papst Gottesdienst?

Der größte Gottesdienst ist am Sonntag. Es werden mehrere zehntausend Gläubige erwartet. Eine Wiese neben dem Freiburger Flugplatz wurde für einen Tag zum «Petersplatz» umgebaut. Allein die Bühne kostet eine Million Euro. Sie ist mehr als 20 Meter hoch. Der Altar, an dem Benedikt XVI. stehen wird, diente ihm schon bei seinem Besuch im September 2006 in München. Der Holztisch war damals extra für den Papst-Gottesdienst in München-Riem angefertigt worden.

Wie viele helfende Hände braucht der Papst?

Allein die Polizei wird während des Papstbesuchs in Freiburg mit mehr als 5000 Beamten im Einsatz sein. Hinzu kommen mehr als 10 000 Helfer der Kirche und der Rettungsdienste. Dem Papst ganz nahe kommen nur wenige. Zum Beispiel die 17 Ministrantinnen und Ministranten aus der Erzdiözese, die an der Seite des Papstes die beiden Gottesdienste in Freiburg mitgestalten werden. Mehr als 110 junge Frauen und Männer hatten sich darum beworben.

Gibt es noch Eintrittskarten?

Zu den Gottesdiensten darf nur, wer eine Eintrittskarte hat. Es gibt sie kostenlos. Die Frist zum Postversand der Karten ist bereits abgelaufen. In Freiburg gibt es jedoch mehrere Stellen, an denen Karten abgeholt werden können, beispielsweise auf dem Münsterplatz oder im Rathaus. Als Tipp gilt: Die Karten frühzeitig abholen.

Kann man dem Papst nahe kommen?

Eine direkte Begegnung mit Gläubigen wird es nur am Samstag auf dem Münsterplatz geben. Dort finden maximal 3000 Menschen Zugang, die von der Kirche und den Sicherheitsbehörden ausgewählt wurden. Zu einigen von ihnen wird der Papst kurz kommen, hier sind auch die meisten und wichtigsten Fernsehkameras aufgebaut. Ansonsten zeigt sich der Papst nur im gesicherten Auto, dem Papamobil.

Wie kann man den Papstbesuch verfolgen, ohne vor Ort zu sein?

Das Papstprogramm wird umfangreich im Fernsehen, im Radio und im Internet übertragen. Es wird zahlreiche Sondersendungen geben. Die ARD und das ZDF werden zusammen mehr als 13 Stunden live aus Freiburg übertragen. Auch die TV-Sender Phoenix, n-tv und N24 werden bei der Visite zeitweilig live dabei sein. dpa