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Spice © dpa
19.11.2014

Designerdrogen auch im Südwesten auf dem Vormarsch

Sogenannte Designerdrogen oder «Legal Highs» beschäftigen die Beratungsstellen im Land zunehmend. «Wir vermuten, dass Legal Highs zum erhöhten Beratungsbedarf im Bereich Cannabinoide beitragen», sagte Christa Niemeier, Referentin der Landesstelle für Suchtfragen, der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Im vergangenen Jahr wurden 4873 Menschen, vorwiegend junge Erwachsene, mit Problemen nach Konsum von Cannabis und ähnlichen Stoffen in den 104 Beratungsstellen zwischen Main und Bodensee gezählt. Das sind 16,3 Prozent aller Hilfesuchenden. Im Jahr 2012 lag der Anteil noch bei 12,9 Prozent, 2011 bei 11,7 Prozent.

Allerdings stehe die Alkoholkrankheit mit 52,8 Prozent aller Beratungsfälle im Vordergrund, unterstrich Niemeier. Am Mittwoch widmet sich ein Sucht-Symposium der Landesärztekammer in Stuttgart den Folgen von Suchtmittelmissbrauch bei Jugendlichen.

«Legal Highs» sind synthetische Varianten von Cannabis und Amphetaminen, die als «Spice», «Kräutermischungen», «Badesalze» oder «Pflanzendüngemittel» relativ günstig im Internet angeboten werden. Die Substanzen werden als Ersatz für illegale Drogen konsumiert, denn sie unterliegen in der Regeln nicht dem Verbot im Betäubungsmittelgesetz. Grund: Die meist asiatischen Produzenten verändern den Stoff, sobald geplant ist, ihn zu verbieten.

Die Wirkung der auch als neue psychoaktive Substanzen (NPS) bekannten Drogen beschreibt Niemeier als beruhigend. Gewaltausbrüche seien anders als beim Alkohol nicht bekannt. Die Motivation für den Besuch einer Beratungsstelle sei vor allem «Fremddruck», etwa durch Eltern oder Arbeitgeber.

Die Folgen des Konsums von «Legal Highs» reichen von Übelkeit, Herzrasen, Halluzinationen über Psychosen und Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod. Im Südwesten kam es zwischen 2011 und Anfang 2014 zu neun Todesfällen wegen Designerdrogen. Nach Informationen des Bundesgesundheitsministeriums starben seit 2010 bundesweit 20 Menschen nach NPS-Konsum.