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Im Keller des vor einigen Tagen festgenommenen Chemie-Laboranten kam es am Donnenrstag bei Aufräumarbeiten zu einer Detonation bei der die Schwester und ein Helfer verletzt wurden.
Detonation im Keller eines Chemielabor-Lehrling © dpa
13.08.2010

Detonation im Keller eines Chemielabor-Lehrlings

KARLSRUHE/ÖSTRINGEN. In dem Haus eines 18-jährigen Chemielabor- Lehrlings in Östringen (Kreis Karlsruhe), der vor wenigen Tagen festgenommen wurde, ist es beim Aufräumen im Keller zu einer Detonation gekommen. Dabei wurden die 20 Jahre alte Schwester des jungen Mannes und ein 26-jähriger Helfer leicht verletzt.  

Nach Angaben der Polizei vom Freitag wurde vorsorglich das gesamte Dreifamilienhaus geräumt. Der Chemielaborant ist im dritten Lehrjahr bei einer Raffinerie in Karlsruhe. In seiner Wohnung und im Keller hatte die Polizei neben zahlreichen Chemikalien auch gefährlichen Sprengstoff gefunden. Der 18-Jährige verweigert bisher die Aussage, hat aber nach bisherigen Ermittlungen eine „regelrechte Leidenschaft an chemischen Zusammenhängen“.

Zu der Detonation am Donnerstag kam es, als der Bekannte der Schwester in dem vermüllten Kellerraum, den auch der 18-Jährige nutzte, ein altes Radio in eine Kiste mit Kleidern warf. Offenbar hatten kleine Sprengstoffreste die Detonation ausgelöst. In den kommenden Tagen werden die von dem 18-Jährigen genutzten Räume vom Landeskriminalamt Stück für Stück geräumt. Die Schwester des 18-Jährigen und eine andere Familie kamen zunächst bei Nachbarn oder Freunden unter. Ein weiterer Mieter ist im Urlaub. Der 18- Jährige hatte offenbar eine längere Abwesenheit seiner Schwester genutzt und sowohl die Wohn- als auch die Kellerräume in Beschlag genommen, so die Polizei.