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Im Südwesten werden immer mehr Fälle von Hepatitis B gemeldet. 
Im Südwesten werden immer mehr Fälle von Hepatitis B gemeldet.  © dpa
27.07.2017

Deutlich mehr Hepatitis-B-Infektionen im Land registriert

Stuttgart. Mangelnde Hygiene oder Nadeltausch unter Drogensüchtigen: Hepatitis ist ein Gesundheitsproblem. Im Südwesten werden immer mehr Fälle von Hepatitis B gemeldet. Das hat verschiedene Gründe.

Im Südwesten werden immer mehr Infektionen mit Hepatitis B (HBV) gemeldet. Die Zahl der Fälle hat sich demnach von 67 im Jahr 2014 auf 364 im Jahr 2016 mehr als verfünffacht, wie das Sozialministerium mitteilte. Demnach hängt das auch damit zusammen, dass seit 2015 die Zahl der Flüchtlinge aus Ländern mit einem hohen HBV-Vorkommen gestiegen ist. Dass sich die Zahl so stark verändert hat, liegt demnach aber wohl auch daran, dass 2015 die Falldefinitionen der Meldestatistik umgeschrieben wurden. Dadurch werden neben akuten nun auch chronische Fälle eingetragen.

Dagegen wurden demnach nur noch halb so viele Infektionen mit Hepatitis C (HCV) registriert wie noch vor zehn Jahren. Das hängt demnach ebenfalls mit einer geänderten Meldestatistik zusammen, wodurch unter anderem Mehrfachregistrierungen verhindert werden sollen.

Seit 2015 müssen nur noch Hepatitis-C-Fälle gemeldet werden, bei denen eine aktive Infektion mit Erregern nachgewiesen werden kann. Zuvor wurden auch solche erfasst, die bereits ausgeheilt waren. Die Zahl der gemeldeten HCV-Infektionen ging zwischen 2008 und 2016 von mehr als 1000 auf 541 Fälle deutlich zurück.

Hepatitis ist eine Leberentzündung, die zu tödlichem Leberkrebs führen kann. Rund 325 Millionen Menschen sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit chronischer Hepatitis B oder Hepatitis C infiziert - aber nur ein Bruchteil von ihnen weiß das.

Vor dem Welt-Hepatitis-Tag am Freitag riet Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) Menschen aller Altersgruppen, sich gegen Hepatitis B impfen zu lassen. Gegen Hepatitis C gibt es keine Impfung.

Hepatitis-Viren werden laut Robert Koch-Institut durch Sexualkontakt und über das Blut übertragen. Häufig sind junge Erwachsene betroffen. Ein Drogengebrauch mit unreinen Spritzen sowie unhygienisches Vorgehen beim Tätowieren oder Piercen stellen ebenfalls ein erhöhtes Übertragungsrisiko dar.