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Deutlich weniger Drogenopfer in Baden-Württemberg.
Deutlich weniger Drogenopfer in Baden-Württemberg © dpa
10.02.2012

Deutlich weniger Drogenopfer in Baden-Württemberg

Stuttgart (dpa/lsw) - Immer weniger Menschen in Baden-Württemberg sterben an Drogen. Nach Angaben des Innenministeriums forderte der Rauschgiftkonsum im vergangenen Jahr 137 Opfer. «Das sind 31 Menschen weniger als im Jahr zuvor», sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Stuttgart. Im Vergleich zum Jahr 2000 mit 287 Drogentoten habe sich die Zahl mehr als halbiert.

Auch Jugendliche greifen bundesweit insgesamt weniger zur Flasche oder zum Joint. Das ergab eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach ist der regelmäßige Alkoholkonsum bei den 12- bis 17-Jährigen von 17,9 Prozent im Jahr 2001 auf 14,2 Prozent im Jahr 2011 zurückgegangen. Das Komasaufen kommt dagegen bei einem großen Teil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland weiter regelmäßig vor: Der Anteil derer, die sich mindestens einmal im Monat betrinken, stieg bei den 18- bis 25-Jährigen binnen eines Jahres von 37,9 auf 41,9 Prozent im vergangenen Jahr.

Beim Cannabis-Konsum gaben im vergangenen Jahr 7 Prozent der 12- bis 17-Jährigen an, schon einmal gekifft zu haben. Das sind weniger als halb so viele wie 2004, als es einen Spitzenwert gab. Unter jungen Erwachsenen ging der Wert dagegen nur schwach zurück: Zwei von fünf haben schon einmal Hasch oder Marihuana genommen.

Unter den Drogenopfern in Baden-Württemberg befanden sich 2011 keine Kinder, wie das Innenministerium mitteilte. Allerdings gab es jugendliche Opfer: So habe sich ein 17-Jähriger in Freiburg von einem Parkhaus gestürzt, nachdem er eine Kräutermischung eingenommen hatte. Auch eine 20-Jährige aus dem Raum Aalen und ein ebenfalls 20-Jähriger aus dem Bodenseekreis seien an einer Überdosis Rauschmittel gestorben.

Die Landesstelle für Suchtfragen der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden- Württemberg warnt davor, sich nach den rückläufigen Daten zum Alkohol- und Drogenkonsum zurückzulehnen: «Die Zahlen sind noch immer noch auf einem hohen Niveau», sagte die Referentin für Suchtprävention, Christa Niemeier. Die präventive Arbeit der vergangenen Jahre - etwa das nächtliche Verkaufsverbot von Alkohol - hätte einen großen Beitrag dazu geleistet. «Baden- Württemberg ist da sehr fortschrittlich», sagte Niemeier. «Dennoch dürfen wir auf keinen Fall nachlassen.»

Das Durchschnittsalter der Rauschgifttoten lag 2011 bei 34 Jahren (2010: 34,8 Jahre), hieß es beim Innenministerium. Heroin sei nach wie vor die vorherrschende Droge bei den Todesursachen. 70 Todesfälle seien im Zusammenhang mit Heroinkonsum verursacht worden, häufig in Kombination mit Medikamenten, Alkohol oder anderen Rauschmitteln. Die meisten Drogentoten gab es nach Polizeiangaben mit 18 Opfern im Ostalbkreis (2010: sechs), dem folgen Mannheim mit 14 Opfern (2010: elf) und Ludwigsburg mit 12 Opfern (2010: sieben). In Stuttgart war der deutlichste Rückgang registriert worden: Die Zahl der Opfer ist von 17 auf sieben gesunken.