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© Symbolbild: Seibel
01.08.2013

Deutscher erschießt sich nach Flucht aus U-Haft

Basel (dpa/lsw) - Ein 22-jähriger Deutscher hat sich kurz nach seiner Flucht aus Schweizer Untersuchungshaft mitten in Basel mit einer Polizeiwaffe erschossen. Unmittelbar nach dem Vorfall am Donnerstag leitete die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung ein.

Dabei werde pflichtgemäß auch geprüft, ob nicht doch ein Polizist den tödlichen Schuss abgab, sagte der Sprecher der Basler Kantonspolizei, René Gsell, der Nachrichtenagentur dpa. Alle bislang vorliegenden Erkenntnisse ließen allerdings nur den Schluss zu, dass sich der Flüchtige selbst getötet habe.

Der junge Deutsche, der in der Schweiz wohnte und arbeitete, war laut Angaben der Staatsanwaltschaft am frühen Vormittag wegen einer Verletzung aus der Haftanstalt Waaghof im Zentrum Basels in eine ärztliche Notfallstation gebracht worden. Nach der Behandlung sei er geflohen, als er in einen Polizeiwagen einsteigen sollte.

Ein Polizist nahm laut Behördenangaben die Verfolgung auf. An einem Platz unweit des Rheinufers, der den Namen Totentanz hat - nach einem Gemälde im Friedhof der nahen Predigerkirche - sei es zu einem Handgemenge gekommen. Dabei habe der Deutsche die Dienstwaffe des Polizisten ergriffen und sich erschossen.

Gegenstand der Untersuchung ist laut Kriminalkommissar Gsell auch, wie es geschehen konnte, dass der Flüchtige die Pistole aus dem Holster des Polizisten ziehen konnte. «Die Basler Polizei verwendet ausschließlich aktuelle Sicherheitsholster.» Für andere Personen als den Träger eines solchen Holsters sei es nicht leicht, die Waffe zu ziehen.

«Der Polizist blieb unverletzt, er steht aber unter Schock. Er wird befragt», sagte Gsell. Weshalb der Deutsche in U-Haft saß, dürfe derzeit nicht bekanntgegeben werden. Es gehe um laufende Verfahren zu mehreren Straftatbeständen. Unklar war zudem zunächst, woher der Deutsche genau kam.