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Statt nur nach einer toten Katze zu suchen, wurde der Einsatz einer Polizeistreife in Weil am Rhein deutlich aufregender: Am Ende hatten die Beamte zwei betrunkene Männer auf der Rückbank.
Polizeistreife © Symbilbild: dpa
23.01.2012

Die dreisten Zwei: Erst die Polizei belogen, dann sich selbst verraten

Weil am Rhein. Ein betrunkener 29-Jähriger wollte am frühen Sonntagmorgen auf der B3 bei Weil am Rhein dreister sein als die Polizei erlaubt: Zunächst hatte die Polizei seinen ebenfalls betrunkenen Freund am Steuer gestoppt und ihn ins Revier gebracht. Der 29-jährige Beifahrer hatte den Beamten zugesichert, dass er im Auto warten und später per Taxi nachkommen wolle. Doch kaum war die Streife außer Sichtweite, setzte er sich selbst hinters Steuer.

Doch seine Freude, die Polizei überlistet zu haben, währte nur kurz. Denn seine Tat gefiel ihm offenbar so gut, dass er dies dem Festgenommenen per Handy mitteilte. Sein Pech: Die Polizei bekam das Gespräch mit, wendete – und nahm auch den zweiten Trunkenheitsfahrer in Gewahrsam.

Ursprünglich war es nur eine tote Katze gewesen, die die Polizeistreife am Sonntag um 5 Uhr auf der B3 bei Weil am Rhein einsammeln wollte. Eigentlich. Doch statt eines Tierkadavers hatten die Beamten eine Stunde später die beiden betrunkenen Männer auf der Rückbank. Die Streife wollte eine Meldung überprüfen, wonach auf der B3 eine tote Katze auf der Fahrbahn liege. Deswegen hatte sie das Fernlicht angeschaltet – was den beiden entgegenkommenden Betrunkenen in einem VW Passat offenbar missfiel: Der Fahrer zeigte der Polizei den „Stinkefinger“. Diese hielt das Fahrzeug an und bemerkte bei der Kontrolle, dass der 28 Jahre alte Fahrer unter Alkoholeinwirkung stand. Der Mann wurde wegen Fahren unter Alkoholeinwirkung und wegen Beleidigung festgenommen und musste mit zum Polizeirevier.

Das Fahrzeug sollte am Kontrollort stehen bleiben, da auch der 29-jährige Beifahrer Alkohol getrunken hatte: Ein vorsorglich durchgeführter Alkoholtest ergab einen Wert von über 0,9 Promille. Daher gab der der junge Mann vor, den Fahrer später per Taxi vom Polizeirevier abzuholen. Während die Streife auf dem Weg nach Weil zum Polizeirevier war, erhielt der festgenommene Passat-Fahrer jedoch einen Anruf auf sein Handy. Im Streifenwagen sitzend telefonierte er mit seinem zurückgebliebenen Kumpel. Der erklärte ihm, dass er nun doch mit dem Passat unterwegs sei. Er habe mit dem Zweitschlüssel das Fahrzeug gestartet und fahre in Richtung Weil. Sofort wendete der Streifenwagen, sichtete den dreisten Betrunkenen und hielt ihn an.

Schon war die Fahrt auch für ihn zu Ende: Er musste ebenfalls mit zum Polizeirevier. Beide Männer wurden nun wegen Fahrens unter Alkoholeinwirkung angezeigt. Laut einer Mitteilung der Polizei mussten sie eine saftige Kaution hinterlegen, da sie in Deutschland keinen Wohnsitz haben. pol

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