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14.02.2014

Diebischer Chemielaborant hat noch mehr Chemikalien entwendet und gehortet

Karlsruhe/Eppingen. Ein 40-jähriger Chemielaborant soll über Jahre hinweg von seiner Arbeitsstätte am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im nördlichen Landkreis Karlsruhe größere Mengen verschiedener Chemikalien entwendet haben. Im Ermittlungsverfahren gegen den Mann aus Eppingen hat die Kriminalpolizei mittlerweile weitere offensichtlich entwendete Chemikalien aufgefunden.

Ende Januar entdeckten Kriminalbeamte bei einer richterlich angeordneten Durchsuchung eines Hauses mehr als 500 Kilogramm verschiedenster, größtenteils noch original verpackter Chemikalien. Offensichtlich unbemerkt bestellte er auf das Budget seines Arbeitgebers diverse Stoffe und schaffte diese in von ihm genutzte Räumlichkeiten in Eppingen. Nun haben Ermittler in zwei weiteren Objekten größere Mengen verschiedener Stoffe festgestellt, die zumindest anteilig aus dem Bestand des KIT stammen.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand waren die Stoffe sachgerecht gelagert. Der Abtransport des Chemikalienlagers nahm mehrere Tage in Anspruch, da die Stoffe mit großer Sorgfalt sortiert und befördert werden mussten. Gemeinsam mit Sachverständigen des KIT gewährleistete auch die Werksfeuerwehr des KIT, die während der gesamten Ladevorgänge vor Ort war, die Sicherheit der Bevölkerung und der mit dem Abtransport befassten Personen.

Der beschuldigte 40 Jährige befindet sich noch immer in Untersuchungshaft. Was ihn dazu bewegte, Chemikalien dieser Größenordnung in seinen Besitz zu bringen, ist nach wie vor unklar. Auch hierzu dauern die kriminalpolizeilichen Ermittlungen noch an.

Das KIT teilte mit, eine umfassende interne Prüfung eingeleitet zu haben. Die Hochschule will klären, wie es zu dem Vorfall kommen konnte - zumal bei Bestellvorgängen für Chemikalien ein Vier-Augen-Prinzip vorgeschrieben sei. «Der Beschuldigte hatte eine Vertrauensposition inne und war fachlich sehr qualifiziert», hieß es.