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Das LKA warnt vor neuen psychoaktiven Subastanzen.
Kräutermischung mit Drogen © dpa
05.03.2014

Drei Tote: LKA warnt vor neuen psychoaktiven Drogen

Stuttgart. In Baden-Württemberg gab es zwei Todesfälle in den ersten beiden Monaten des Jahres 2014 und ein Todesfall eines Minderjährigen Ende 2013 im Zusammenhang mit den neuen psychoaktiven Substanzen. Die lassen im Landeskriminalamt die Alarmglocken schrillen. Die Drogen werden in der Szene auch als "Legal Highs" oder "Research Chemicals" bezeichnet. Ein Fall eines Todessturzes Ende Oktober 2013 in Pforzheim hängt auch mit „Legal Highs“ zusammen.

Das jetzt vorliegende Gutachten der zuständigen Rechtsmedizin bestätigt, dass der Tod des Jugendlichen Ende 2013 mit dem Konsum dieser Drogen zusammenhängt. Ferner hatte er neben einem Antidepressivum auch noch Cannabis, synthetische Cannabinoide und ein Amphetaminderivat konsumiert. Letzteres war aus toxikologischer Sicht besonders gefährlich, da dies zu Herzrhythmusstörungen sowie zu einem tödlich verlaufenden Anstieg der Körpertemperatur führte.

Anfang dieses Jahres verstarb ein 29-Jähriger nach dem Konsum verschiedener Amphetaminderivate, sogenannter "Research Chemicals". Nach den polizeilichen Erkenntnissen konsumierte er über mehrere Tage hinweg aufputschende Substanzen, die er über das Internet aus den Niederlanden bezogen hatte. Der dritte Todesfall im Februar 2014 betraf ebenfalls einen 29-Jährigen, der gemeinsam mit Freunden eine Kräutermischung rauchte, die synthetische Cannabinoide enthielt. In seiner Wohnung wurde eine Vielzahl weiterer Kräutermischungen sowie leere Tütchen von "Research-Chemicals" aufgefunden, ein Hinweis darauf, dass er noch weitere Produkte konsumierte.

Die neuen psychoaktiven Substanzen sind äußerlich harmlos erscheinende Produkte. Sie enthalten jedoch meist Betäubungsmittel, vorrangig synthetische Cannabinoide, Cathinon, Piperazin- und Amphetaminderivate. Die Verpackungen sind meist bunt, professionell und reißerisch aufgemacht und sollen vor allem Jugendliche zum Konsum animieren, meldet das Landeskriminalamt.

Der Konsum dieser Substanzen werde in einschlägigen Internetforen verherrlicht und die damit verbundenen Risiken heruntergespielt. Tatsache sei jedoch, dass der Konsum dieser Substanzen zu intensiven Wahnvorstellungen und damit verbundenen verheerenden Folgen führen könne, so das LKA. Eine große Gefahr liege in der Verharmlosung möglicher Gesundheitsgefahren, die mit dem Konsum der wissenschaftlich völlig unerforschten chemischen Wirkstoffe einhergehen.

Insbesondere die leichte Verfügbarkeit über das Internet habe dafür gesorgt, dass sich der Handel mit derartigen Substanzen in Europa zu einem lukrativen Geschäft mit einem stetig wachsenden Absatzmarkt entwickelt habe. In Deutschland sind zwischenzeitlich weit über 100 verschiedene Wirkstoffe im Umlauf. Einige dieser Substanzen standen im Jahr 2013 in Baden-Württemberg zudem im Zusammenhang mit einer Vielzahl von schweren, lebensgefährlichen Vergiftungen. Aufgrund der besorgniserregenden Entwicklung warnt das Landeskriminalamt ausdrücklich vor dem Konsum von neuen psychoaktiven Substanzen.