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Gerüstet gegen den Feind von außen, aber nachlässig gegen Attacken von innen - die Bundeswehr konnte monatelang drei 10- und 14-jährige Jungs nicht schnappen, die in einem Materiallager immer wieder Fahrzeuge und andere Dinge beschädigten.
Gerüstet gegen den Feind von außen, aber nachlässig gegen Attacken von innen - die Bundeswehr konnte monatelang drei 10- und 14-jährige Jungs nicht schnappen, die in einem Materiallager immer wieder Fahrzeuge und andere Dinge beschädigten. © dpa
09.09.2010

Drei randalierende Jungs narren die Bundeswehr

KARLSRUHE. Die Bundeswehr soll die Nation gegen Angriffe von außen schützen. Deshalb ist sie mit modernsten Waffen ausgerüstet. Gegen Attacken von innen scheint sie aber schlecht vorbereitet zu sein. Wie sonst hätten zwei 14-Jährige und ein 10-Jähriger in einem Materiallager der Bundeswehr in Karlsruhe-Neureut über Monate hinweg einen Sachschaden von rund 200.000 Euro anrichten und Spritztouren mit diversen Fahrzeugen machen können.

Seit Mitte Mai hatten die Jungen wohl über einen längeren Zeitraum hinweg an den Gebäuden des Areals mit Schottersteinen zahlreiche Fensterscheiben zerstört. Ab Ende August seien sie täglich zwischen 17 und 20 Uhr mittels eines selbst geschnittenen Lochs durch den Sicherheitszaun auf das Gelände gelangt. Dort ließen sie offenbar ihrer Abenteuerlust freien Lauf.

Anscheinend unternahmen sie auf dem Areal Spritztouren sowohl mit Lastwagen als auch mit Sonderfahrzeugen - und fuhren die Fahrzeuge teilweise gegeneinander. So wurden insgesamt acht Lastwagen, drei Sonderfahrzeuge sowie 31 Fernmeldecontainer erheblich beschädigt. Darüber hinaus versprühten die Schüler mehrere Feuerlöscher und knackten gewaltsam Türschlösser.

Feldjäger ertappten bei Überwachungsmaßnahmen am Mittwoch gegen 15.30 Uhr auf dem Areal die beiden 14-jährigen Jugendliche und überstellten diese an die Polizei. Nachdem auch der Dritte im Bunde - ein 10-jähriger Junge - ausfindig gemacht war, legte das Trio ein umfassendes Geständnis ab.

Möglicherweise müssen die Eltern nun mit erheblichen Regressforderungen rechnen. Warum die Bundeswehr so lange gebraucht hat, um die drei Rabauken zu fangen und ihr Materiallager nebst Fahrzeugen zu schützen, ist nicht bekannt. pol