nach oben
FDP-Chef Rösler beklagt maßlose und erniedrigende Kritik an seiner Partei. Foto: Bernd Weißbrod
06.01.2013

Dreikönigstreffen: FDP kommt nicht zur Ruhe

Stuttgart. Die FDP kommt nicht zur Ruhe. Auch beim Dreikönigstreffen der Liberalen in Stuttgart hat sich die Führungsdebatte fortgesetzt. Öl ins Feuer goss vor allem Dirk Niebel, Entwicklungshilfeminister und Spitzenkandidat der Südwest-FDP.

Bildergalerie: Niebel rechnet mit FDP-Spitze ab - Rösler verlangt Fairness

"Es zerreißt mich innerlich, wenn ich meine, unsere FDP sehe", sagte Niebel im voll besetzten Stuttgarter Opernhaus. Die FDP sei mit Blick auf die Bundestagswahl "nicht gut genug aufgestellt". Das quäle ihn seit Monaten. Niebel forderte eine schnelle Entscheidung und reihte sich damit in die Riege jener Liberalen ein, die ein Vorziehen des für Mai geplanten Bundesparteitags verlangen.

Parteichef Philipp Rösler ging in seiner Rede mit keiner Silbe auf Niebels Äußerungen und die seit Wochen anhaltende Kritik an seiner Person ein. In seinen Ausführungen beschwor Rösler hingegen viel mehr die Gemeinsamkeiten in der Partei und stellte den Freiheitsbegriff in das Zentrum seiner Rede. Seine Botschaft: Nur die FDP garantiere Vielfalt und Toleranz, weniger Staat und mehr Freiheit. Die FDP stehe für einen Staat, der die Menschen in Ruhe lässt, aber nie im Stich, sagte Rösler. Bundestags-Fraktionschef Rainer Brüderle schwor die Liberalen auf die Bundestagswahl ein und forderte dazu auf: "Wir müssen an uns selbst glauben, dann glauben auch viele wieder an uns". Derzeit bewegt sich die FDP bei Umfragen um vier Prozent, was für den Wiedereinzug in den Bundestag nicht reicht.

Die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger und Hans-Ulrich Rülke, Chef der FDP-Landtagsfraktion, attackierten in ihren Ansprachen die grün-rote Landesregierung - vor allem deren Bildungspolitik, die in die Katastrophe führe. Mit Blick auf den Zustand seine Partei, sagte Rülke: "Die FDP wird nur gewählt, wenn sie sich als einig präsentiert." Denn die Wähler wollten keine zerstrittene Partei.

Umfrage

Wäre die FDP ohne Philipp Rösler besser dran?

Ja 69%
Nein 21%
Weiß nicht 10%
Stimmen gesamt 565

Leserkommentare (0)