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11.05.2015

Drogenfahnder verhaften 19 Asylbewerber - vier auf der Flucht

Bei einer Razzia in zahlreichen Heimen für Asylbewerber in Baden-Württemberg haben Drogenfahnder am Montag 19 Männer verhaftet. Es bestehe der dringende Verdacht von Rauschgifthandel, teilte die Polizei mit. Ein Großaufgebot von Ermittlungsbeamten durchsuchte seit dem frühen Morgen über mehrere Stunden hinweg eine Einrichtung der Landeserstaufnahmestelle (LEA) für Flüchtlinge in Mannheim sowie Wohnheime in Heidelberg, Karlsruhe, Lahr, Böblingen und weiteren Orten im Südwesten.

Insgesamt wurden 25 Gebäude in 20 Orten durchsucht. Vier mit Haftbefehl gesuchte Männer sind noch flüchtig. Gegen zwei weitere Verdächtige sollen ebenfalls Haftbefehle beantragt werden. Bei der Durchsuchung ihrer Zimmer in Mannheim und Tauberbischofsheim wurden Drogen und Geld gefunden. Außerdem laufen Ermittlungsverfahren gegen mehr als 100 weitere Verdächtige.

Die Männer im Alter zwischen 18 und 39 Jahren wurden einem Ermittlungsrichter in Mannheim vorgeführt. Danach wurden sie in verschiedene Gefängnisse gebracht.

An dem Einsatz waren mehr als 400 Beamte beteiligt, davon allein 300 in Mannheim, Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis. Die Ermittlungen begannen nach Polizeiangaben im vergangenen Dezember, als Asylbewerber in der Mannheimer Innenstadt sowie auf der Neckarwiese beobachtet wurden, wie sie mit Cannabis-Produkten, Kokain oder Amphetaminen handelten.

Eine Sozialarbeiterin der LEA in Karlsruhe sagte, es gebe gelegentlich Hinweise auf Drogenkonsum in Zimmern der Einrichtung. Einige Flüchtlinge etwa aus Nordafrika kämen bereits mit Drogenproblemen nach Deutschland. Hinweise auf gewerbsmäßigen Drogenhandel kenne sie hingegen nicht.

Die Flüchtlinge bleiben zurzeit sechs Wochen bis drei Monate in der Einrichtung, ehe sie auf Unterkünfte der Landkreise und Kommunen verteilt werden. Die Flüchtlinge in den Einrichtungen des Landeserstaufnahmesystems müssen nach Angaben der Sozialarbeiterin oft lange warten, bis sie ihren Asylantrag stellen können. Bis zu einem Bescheid vergehen häufig viele weitere Monate.

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