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Die Ulmer Druckerei, die bislang für die Koran-Verteilungsaktion von radikalen Islamisten die Bücher gedruckt hat, will keine weiteren Exemplare mehr produzieren.
Die Ulmer Druckerei, die bislang für die Koran-Verteilungsaktion von radikalen Islamisten die Bücher gedruckt hat, will keine weiteren Exemplare mehr produzieren. © dpa
16.04.2012

Druckerei gibt Koran-Auftrag von Salafisten zurück

Ihren Druckauftrag von Salafisten für etwa 50.000 Koran-Exemplare hat die Ulmer Druckerei Ebner&Spiegel zurückgegeben. "Die Korane werden nicht über uns produziert", sagte ein Druckereisprecher am Montag der Nachrichtenagentur dpa in Ulm. Hintergrund ist eine Kampagne des Auftraggebers, millionenfach Korane kostenlos vor allem an Nichtmuslime zu verteilen.

Die Aktion ist heftig umstritten, weil die Organisation "Die wahre Religion" den meist radikal-islamischen Salafisten zugerechnet wird. Die Druckerei hatte bereits seit Oktober vergangenen Jahres mehr als 300.000 Korane für die Organisation gedruckt. Der Druck war vom Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen als "unbedenklich" eingeordnet worden, wie die Druckerei bekanntgab.

Mit Beginn der öffentlichen und politischen Debatte um die Verteilaktion hatte die Druckerei den Auftragsabbruch geprüft. Am Montagvormittag sei der Auftraggeber über den Entschluss informiert worden. dpa

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