nach oben
26.04.2012

Ein Jahr nach versuchter Tötung Tatverdächtigen geschnappt

Karlsruhe/Baiersbronn. Fast ein Jahr nach der versuchten Tötung eines 30 Jahre alten Mannes konnte die Karlsruher Kriminalpolizei jetzt mit Unterstützung eines Mobilen Einsatzkommandos einen 22 Jahre alten dringend Tatverdächtigen in Baiersbronn dingfest machen. Der russischstämmige Beschuldigte wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Wie berichtet, war der aus Kasachstan stammende 30-jährige Geschädigte am späten Nachmittag des 19. Mai 2011 aufgrund von Anwohnerhinweisen auf einer Parkbank zwischen der Königsberger und Schneidemühler Straße in der Karlsruher Waldstadt lebensgefährlich verletzt aufgefunden worden. Die schweren Wunden an Brust und Rücken waren ihm offensichtlich im Verlauf eines Streits von einem zunächst unbekannten Täter mit einer abgeschlagenen Bierflasche zugefügt worden. Glücklicherweise konnte das Leben des Mannes nach der Einlieferung in eine Klinik durch eine Notoperation gerettet werden.

Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen kamen dank der durch Zeugenaussagen bekannten weißen Kleidung und der auffälligen Gesichtsverletzung eines vor Eintreffen der Helfer geflüchteten Verdächtigen zunächst rasch voran. Beamten des Polizeipostens Oberreut war die Übereinstimmung der von dem Mann vorliegenden Beschreibung mit dem Erscheinungsbild eines im Stadtteil wohnenden 22-Jährigen aufgefallen.

Da der Geschädigte, wie sich später herausstellte, wahrheitswidrig angab, den Täter nicht zu kennen und der Verdächtige von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte, gestalteten sich die weiteren Recherchen zusehends schwieriger. Den entscheidenden Schritt voran kamen die Ermittler durch das erst seit wenigen Tagen vorliegende Auswertungsergebnis der am Tatort und beim Verdächtigen gesicherten DNA.

Aufgrund des nun dringenden Tatverdachts gegen den jungen Mann erging auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe Haftbefehl. Inzwischen steht fest, dass sich der Tatverdächtige und der Geschädigte von einem gemeinsamen Haftaufenthalt in einer Justizvollzugsanstalt kannten. Wieso es zwischen den beiden, unter anderem wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz einschlägig polizeibekannten Männern zu dem folgenschweren Streit gekommen ist, sollen die noch andauernden Ermittlungen der Kriminalpolizei klären. pol