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Insgesamt entstand ein Schaden in Höhe von etwa 10.000 Euro. Foto: Polizei
Insgesamt entstand ein Schaden in Höhe von etwa 10.000 Euro. Foto: Polizei
15.08.2018

Einbruch oder Liebesspiel? Polizei rettet 20-Jährigen aus Lüftungsschacht

Graben-Neudorf. Erfolglose Einbrecher gibt es viele. Dass sie aber selbst die Einsatzkräfte alarmieren, ist dann doch selten. Für zwei 20-Jährige war dies am Mittwochmorgen in Graben aber der letzte Ausweg.

Nach Angaben der Polizei war ein 20-Jähriger mit seiner ebenfalls 20-jährigen Freundin gegen 2 Uhr über ein aufgestelltes Baugerüst auf das Dach des im Bau befindlichen Schulgebäudes in der Pestalozzistraße gestiegen - angeblich, um von dort aus den Sternenhimmel zu genießen. Dort entschloss sich das Paar  dazu, durch einen Lüftungsschacht in das darunterliegende Gebäude einzusteigen.

Allzu spontan scheint ihnen die Idee jedoch nicht gekommen zu sein: "Nachdem das Pärchen mitgebrachte Bettbezüge mit einem Seil zusammengeknotet hatten, brachen sie den Zugang zu einem Lüftungsschacht auf, um hierüber in das Gebäude zu gelangen", schreibt die Polizei in ihrer Pressemitteilung. Die Lüftungsschächte reichen bis in das Erdgeschoss des Gebäudes. Zunächst versuchte sich die Freundin an dem Vorhaben und kletterte in den Lüftungsschacht. Da sie aber daran scheiterte und sich am Bein verletzte, kletterte sie wieder nach draußen und ließ ihrem Freund den Vortritt. Der 20-Jährige rutschte im Lüftungsschacht bis zum ersten Obergeschoss etwa drei Meter in die Tiefe. Dort angekommen fand er aber keinen Ausgang - und blieb folglich in dem Schacht stecken.

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Um ihren Freund zu befreien, wusste sich die 20-Jährige nicht anders zu helfen und verständigte schließlich die Rettungsleitstelle. Die Rettungsaktion gestaltete sich jedoch sichtlich schwierig, da man nicht genau feststellen konnte, wo genau im Schacht sich der junge Mann befand. Zur Lokalisierung und Bergung des Einbrechers musste die Feuerwehr zwei Wände im Gebäude und sämtliche Lüftungskanale auf dem Dach öffnen sowie diverse Lüftungsverkleidungen entfernen. Nach gut zwei Stunden hatten die Rettungskräfte den Mann schließlich befreit und in ein Krankenhaus gebracht.

Den entstandenen Schaden beziffert die Polizei auf 10.000 Euro. 55 Kräfte verschiedener Feuerwehren und des KIT sowie des Rettungsdienstes und der Polizei waren im Einsatz.