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© Symbolbild: dpa
27.07.2012

Eingesperrt und geschlagen: 46-Jähriger zehn Stunden lang von Trio misshandelt

Dem Haftrichter vorgeführt wurden am Donnerstag in Rottweil drei Personen zwischen 21 und 27 Jahren. Diese hatten am Vortag einen 46-jährigen Mann unter anderem über Stunden eingesperrt, immer wieder geschlagen und ihm Verbrennung zugefügt. Nur durch Zufall konnte der gequälte Mann befreit werden.

Räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung und Freiheitsberaubung sind nur ein Teil der Straftaten, weshalb die zwei Männer und eine junge Frau am frühen Mittwochabend von Beamten der Polizeidirektion Tuttlingen vorläufig festgenommen wurden und auf Antrag der Staatsanwaltschaft Rottweil dem zuständigen Haftrichter vorgeführt werden.

Anlass hierfür gab ein Vorfall, der sich über den ganzen Mittwoch hinzog und bei dem ein 43 Jahre alter Mann von dem Trio massiv misshandelt und gequält wurde. Hintergrund war eine Auseinandersetzung zwischen den insgesamt vier Personen - teilweise aus dem Wohnsitzlosenmilieu - die Täter im Alter von 21 bis 27 Jahren. Im Streit um einen kleineren Bargeldbetrag gerieten die vier am gestrigen Vormittag verbal aneinander. Im weiteren Verlauf wurde das spätere Opfer von dem Trio des Diebstahls bezichtigt. Die Auseinandersetzung setzte sich mit Bedrohungen fort und mündete darin, dass die beiden männlichen Täter mehrfach und gemeinschaftlich auf ihr Opfer einschlugen.

Das verletzte und blutende Opfer musste sich dann abduschen und wurde von allen drei Tätern in einem angrenzenden Abstellraum eingesperrt. Immer wieder kehrte das Trio jedoch zurück und schlug erneut auf den 43-Jährigen ein. Sie drückten ihrem Opfer zwei brennende Zigaretten auf der Stirn aus. Unter anderem verlangten sie von dem Mann, sich auf ein Bett zu legen und schoben ihm dann einen brennenden Briefumschlag unter die Oberbekleidung. Die Misshandlungen zogen sich über einen Zeitraum von etwa zehn Stunden hin, da das Opfer keine Möglichkeit hatte, Hilfe zu rufen oder sich selbst zu befreien.

Nur durch Zufall stellte eine Zeugin das Opfer am Nachmittag eingesperrt in dem Abstellraum fest und verständigte sofort den Rettungsdienst und die Polizei. Als Kräfte der Polizei vor Ort eintrafen, hatten sich die drei Täter bereits in ihrer Behausung eingeschlossen. Die Beamten mussten diese gewaltsam öffnen und konnten das Trio dann widerstandslos vorläufig festnehmen.

Im Rahmen der ersten Ermittlungen konnten bei allen drei Tätern erhebliche Alkoholisierungen festgestellt werden. Das Opfer wurde zur Erstversorgung in ein Krankenhaus eingeliefert und dort zur Behandlung der mittelschweren Verletzungen stationär aufgenommen.

Zur Klärung der konkreten Tatumstände hat die Kriminalpolizei weitere Ermittlungen eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft Rottweil hat beim zuständigen Gericht die Untersuchungshaft für die drei Täter beantragt. Die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft dauern derzeit noch an.