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Ein 31-jähriger Rumäne hat die gerichtliche Auflage, nicht mehr nach Deutschland zurückzukehren, misachtet. Jetzt muss er 1400 Tage im Heidelberger Knast absitzen - und dann wieder in sein Heimatland zurück.
Ein 31-jähriger Rumäne hat die gerichtliche Auflage, nicht mehr nach Deutschland zurückzukehren, misachtet. Jetzt muss er 1400 Tage im Heidelberger Knast absitzen - und dann wieder in sein Heimatland zurück. © dpa
31.01.2011

Einreiseverbot: 1400 Tage Zwangsurlaub in Heidelberg

HEIDELBERG. Heidelberg ist eine Touristenstadt. Ausländer zieht es in Scharen in die Neckarstadt. Und den meisten gefällt es dort. Aber länger als ein paar Tage bleiben die wenigsten. Da macht der 31-jährige Rumäne, den die Bundespolizei im Heidelberger Hauptbahnhof kontrolliert hat, eine Ausnahme. Er bleibt gleich 1400 Tage in Heidelberg. Sogar bei kostenlosem Logis - allerdings in der Justizvollzugsanstalt. Der Grund für diesen extra langen Heidelberg-Aufenthalt: Er hätte laut Gerichtsbeschluss nicht mehr nach Deutschland einreisen dürfen.

Am Sonntag um 20:25 Uhr wurde der 31-jährige Rumäne im Heidelberger Hauptbahnhof festgenommen. Er war ohne Fahrschein mit dem Zug gefahren. Das mit diesem Vorfall zusammenhängende Strafverfahren dürfte ihn aber weniger interessieren, denn bei seiner Überprüfung haben die Beamten der Bundespolizei festgestellt, dass er wegen eines Urteils des Landgerichts Münster aus dem Jahre 1996 (gemeinschaftlicher Raub mit Todesfolgen) noch eine Restjugendstrafe von 1400 Tagen zu verbüßen hat.

Der 31-Jährige war im Jahre 2000 vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Als Auflage hat ihm das Gericht eine ordnungsgemäße Ausreise angeordnet und verboten in die Bundesrepublik Deutschland zurückzukehren. Weil er jetzt aber erneut nach Deutschland eingereist ist, hat er gegen diese Auflage verstoßen. Er muss nun vermutlich die restliche Strafe von 1400 Tagen absitzen. pol