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12.04.2012

Elf Jahre Haft für tödlichen Schuss auf Ex-Freundin

Heilbronn/Lauffen (dpa/lsw) - Für den tödlichen Schuss auf seine Ex-Freundin hat das Landgericht Heilbronn einen Mann zu elf Jahren Haft verurteilt. Der 51-Jährige habe sich des Totschlags schuldig gemacht, entschied die Kammer am Donnerstag. Weil seine Beziehung am Ende gewesen sei, hat der Mann nach Überzeugung des Gerichts am 29. Juli vergangenen Jahres in Lauffen (Kreis Heilbronn) zu seinem Jagdgewehr gegriffen und der 46-Jährigen in die Brust geschossen. Sie war sofort tot.

Der gelernte Kraftfahrer hatte die Tat nach Auskunft eines Gerichtssprechers im Prozess eingeräumt. Wegen einer Persönlichkeitsstörung habe er erst kurz vor der Tat realisiert, dass die Beziehung vorbei war. Die 46-Jährige wollte zu ihrem neuen Freund in die Nähe von Köln ziehen.

Schon vorher hatte es in der rund dreijährigen Beziehung mehrfach Trennungspausen gegeben. Ende Juli kam es dann erneut zum Streit zwischen beiden in ihrer noch gemeinsamen Wohnung. Dabei holte der 51-Jährige nach Überzeugung des Gerichts die Waffe aus einem Schrank im Flur, lud sie und schoss aus drei Metern Entfernung auf die Frau.

Der Mann war nach Ansicht der Kammer bei der Tat voll schuldfähig. Er habe nicht aus Affekt gehandelt, hieß es. Für ihn habe gesprochen, dass er ein Geständnis abgelegt und keine Vorstrafen hat. Zudem habe er in seinem letzten Wort aufrichtige Reue gezeigt und sich bei den beiden erwachsenen Kindern der Toten entschuldigt, so der Sprecher. Die Staatsanwältin hatte nach eigener Auskunft auf 13 Jahre Haft plädiert, die Verteidigung eine niedrigere Strafe gefordert.