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Carsten Rees, der Vorsitzende des Landeselternbeirats Baden-Württemberg.
Eltern im Land sehnen sich nach Schulfrieden © dpa
01.10.2014

Eltern im Land sehnen sich nach Schulfrieden

Stuttgart. Der Landeselternbeirat wünscht sich sehnlichst einen Schulfrieden auch in Baden-Württemberg herbei. «Wir finden es schauerlich, wenn Politiker meinen, sich beim Thema Schule auf Kosten von Schülern, Eltern und Lehrern profilieren zu müssen», sagte LEB-Chef Carsten Rees der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart.

Statt in Debatten über die Schulstrukturen zu verharren, müsse über eine bessere pädagogische Qualität der Schulen gesprochen werden. Die Ankündigung des möglichen CDU-Spitzenkandidaten und Landtagspräsidenten Guido Wolf, das Bildungssystem umkrempeln zu wollen, habe ihn «ziemlich geschockt».

Nachdem ein Schulfrieden im Südwesten bislang an der unversöhnlichen Haltung zwischen grün-roter Koalition und der CDU gescheitert war, legt die FDP am Mittwoch (11 Uhr) eigene Vorschläge dazu vor. Sie will verlässliche Rahmenbedingungen für alle am Schulleben Beteiligten erreichen. Auch Kultusminister Andreas Stoch (SPD) hatte bereits einen Schulfrieden vorgeschlagen, aber betont, mit der CDU und ihrem Festhalten am gegliederten Schulsystem sei dies nicht machbar. Insbesondere an der von Grün-Rot eingeführten Gemeinschaftsschule scheiden sich die Geister.

Allerdings haben Handwerk und Arbeitgeber keine Berührungsängste bei der Gemeinschaftsschule. Im Herbst vergangenen Jahres forderten sie die Opposition zu einem Schulfrieden auf, der wie von Grün-Rot angestrebt auf den beiden Säulen Gymnasium und einer integrativen Schule basiert. In Deutschland gibt es Schulfrieden bereits in Nordrhein-Westfalen und Bremen, in Hessen wird er angestrebt.

Rees sagte, die Versuchung für Politiker, sich beim Thema Bildung mit Veränderungsvorschlägen zu positionieren, sei groß. Man dürfe ihr aber nicht nachgeben. «Wenn Schulpolitik zum Wahlkampfthema wird, ist das das Schlimmste, was uns in der Schule passieren kann», sagte Rees mit Blick auf die Landtagswahl 2016.