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Der Energieversorger EnBW will gegen das Abschaltverbot für seine Kraftwerke in Marbach und Walheim klagen. Das kündigte Konzernchef Frank Mastiaux an. Er könnte damit ein Zeichen setzen.
EnBW will gegen Abschaltverbot für Kraftwerke klagen © dpa
20.01.2014

EnBW will gegen Abschaltverbot für Kraftwerke klagen

Karlsruhe. Der Energieversorger EnBW will gegen das Abschaltverbot für seine Kraftwerke in Marbach und Walheim (beide Kreis Ludwigsburg) klagen. «Als Wirtschaftsunternehmen in einem immer noch freien Markt brauchen wir eine Erstattung unserer gesamten Kosten und eine angemessene Rendite, so wie das im regulierten Netzbereich auch selbstverständlich ist», begründete EnBW-Chef Frank Mastiaux im Interview mit der «Welt» die geplante Beschwerde vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf.

EnBW ist der erste deutsche Kraftwerksbetreiber, dem die Abschaltung von Kraftwerken staatlicherseits verboten wurde. Insgesamt liegen der Bundesnetzagentur in Bonn 41 Anträge auf Kraftwerksstilllegung vor. Der Streit zwischen dem Karlsruher Konzern und der Regulierungsbehörde hat deshalb Grundsatzcharakter mit Auswirkungen auf die gesamte Energiebranche.

Nach einer in der vergangenen Woche bekanntgewordenen Entscheidung der Bundesnetzagentur müssen die EnBW-Kraftwerksblöcke weiter laufen, weil sonst die Versorgungssicherheit in Süddeutschland gefährdet wäre. Nach der Abschaltung von Kernkraftwerken sei die Kapazität bei der Stromerzeugung im süddeutschen Raum nach wie vor knapp.

Die EnBW wollte die vier Kraftwerksblöcke vom Netz nehmen, weil sie nicht wirtschaftlich genug sind. In Marbach sollten ein mit Öl befeuerter Kraftwerksblock sowie eine Gasturbine und in Walheim die Steinkohleblöcke 1 und 2 vom Netz genommen werden. Die Kraftwerke müssen jetzt ab Juli zunächst für weitere zwei Jahre bis Juli 2016 jederzeit betriebsbreit sein.