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21.06.2012

EnBW-Deal: Jetzt spricht Mappus exklusiv in der PZ

Eigentlich könnte der Fußballfan Stefan Mappus sich derzeit an der Europameisterschaft erfreuen. Stattdessen wird er von einigen E-Mails eingeholt, der er Ende 2010 geschrieben hat. Das komplette Interview mit Stefan Mappus lesen Sie exklusiv in der Freitagausgabe der "Pforzheimer Zeitung" oder als E-Paper-Abonnent auf PZ-news oder auf dem iPad.

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Aufgrund dieser Mails wird dem ehemaligen Ministerpräsidenten nun vorgeworfen, eine Marionette seines alten Freundes Dirk Notheis gewesen zu sein. Notheis ist Deutschlandchef der Investmentbank Morgan Stanley und war maßgeblich im umstrittenen EnBW-Deal beteiligt, den die Landesregierung Ende 2010 verfassungswidrig am Landtag vorbei eingefädelt hatte.

Im exklusiven Interview mit der Pforzheimer Zeitung äußert sich Mappus erstmals zu den Marionetten-Vorwürfen – und weist sie weit von sich. Bislang habe es stets geheißen, „ich wäre beratungsresistent, extrem misstrauisch und würde alles im stillen Kämmerlein alleine entscheiden – und jetzt genau das Gegenteil. Beides ist absurd.“ Tatsache sei, dass Notheis ihn nie zu irgend etwas gedrängt habe.

Seit einigen Monaten versucht ein Untersuchungsausschuss Licht ins Dunkel des EnBW-Geschäfts zu bringen. Sowohl Mappus als auch Notheis haben bereits ausgesagt – doch sie werden wieder kommen müssen. Das ist ganz im Sinne von Mappus. Der 46-jährige Enzberger besteht darauf, kurzfristig gehört zu werden. Es könne nicht sein, dass „abenteuerliche Behauptungen aufgestellt werden“, zu denen er erst Monate später Gelegenheit bekomme, sie zu widerlegen.

Gleichzeitig kritisiert der ehemalige CDU-Landesvorsitzende die grün-rote Landesregierung, weil diese nun vom Pariser Energiekonzern EdF, dem die EnBW-Anteile gehört hatten, die Zahlung von zwei Milliarden Euro verlangt und Klage eingereicht hat. Mappus nennt den damals gezahlten Preis von 4,7 Milliarden Euro angemessen und die grün-rote Klage abenteuerlich. Sie koste den Steuerzahler alleine an Gebühren Millionen und schade der EnBW.

Während Mappus zum Gegenangriff ausholt, wenden sich auch seine Parteifreunde immer offener von ihm ab. Der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl hat sich gestern deutlich von seinem Vorgänger distanziert. „Das ist immer so eine Sache mit einsamen Entscheidungen“, sagte Strobl. Es sei ein Fehler gewesen, dass sich Mappus bei dem Milliarden-Deal Ende 2010 fast ausschließlich von Notheis beraten ließ. „In der Nachschau muss man schon sagen, es wäre nicht falsch gewesen, man hätte sich noch von einer anderen Seite Rat geholt.“ Den Mailverkehr zwischen Mappus und Notheis habe er „mit Interesse und Überraschung“ gelesen.

Zuvor hatte bereits FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke in der PZ klargestellt, dass sein Vertrauen in die Mappus-Berater nicht besonders groß gewesen sei.

Das komplette Interview mit Stefan Mappus lesen Sie exklusiv in der Freitagausgabe der "Pforzheimer Zeitung" oder als E-Paper-Abonnent auf PZ-news oder auf dem iPad.

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