760_0900_85837_Knast550x280.jpg
Symbolbild: dpa

Endstation Knast: Schwarzfahrer entpuppt sich als gesuchter Dieb

Karlsruhe. Schwarzfahren lohnt sich nicht. Vor allem, wenn man per Haftbefehl gesucht wird. Dann sollte man möglichst keine Personenkontrollen riskieren. Das hat jetzt ein 24-jähriger Georgier lernen müssen, der mit dem Zug von Straßburg nach Karlsruhe unterwegs war und für den die Endstation seiner Zugfahrt nun in einer Zelle einer Justizvollzugsanstalt ist.

Der Mann wurde am Mittwoch auf der Fahrt durch einen Zugbegleiter der Deutschen Bahn AG kontrolliert. Da er keinen Fahrschein vorlegen konnte, wurde er im Hauptbahnhof Karlsruhe der Bundespolizei übergeben. Auf der Dienststelle wurde er durchsucht und seine Personalien mit dem polizeilichen Fahndungssystem abgeglichen.

Die Beamten staunten nicht schlecht, als sich hierbei insgesamt fünf Ausschreibungen zur Aufenthaltsermittlung wegen Diebstahl und besonders schwerem Fall des Diebstahls offenbarten. Ausgeschrieben wurde der Mann von den Staatsanwaltschaften Oldenburg, Aurich, Lüneburg und Hannover.

Dies war jedoch noch nicht alles. Es lag zudem ein Haftbefehl des Landgerichts Oldenburg vor. Demnach wurde gegen den Georgier die Untersuchungshaft wegen schweren Bandendiebstahls angeordnet. Im Januar und Februar 2018 soll er als Mitglied einer Bande in Norddeutschland mehrere Diebstähle in Supermärkten begangen haben. In der Begründung des Landgerichts hieß es, dass die Haftgründe der Flucht- und Wiederholungsgefahr vorliegen.

Um festzustellen, ob diese Haftgründe weiterhin bestehen, wurde der 24-Jährige nach Rücksprache mit dem Bereitschaftsrichter des Amtsgerichts Karlsruhe am Donnerstagmorgen dem Haftrichter vorgeführt. Nach Eröffnung des Haftbefehls wurde der Mann in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Bei der Durchsuchung der mitgeführten Sachen fanden die Beamten zudem ein Smartphone. Da der Georgier auch nach mehrmaligem Versuch nicht in der Lage war, das Mobiltelefon durch Eingabe des richtigen PINs zu entsperren, wurde dieses sichergestellt. Ob es sich hierbei um Diebesgut handelt, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Zudem wurde ein Strafverfahren wegen Erschleichen von Leistungen eingeleitet.