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50.000 Euro Belohnung gibt es für Hinweise auf die entführte Bankiersfrau. Ein erster Tatverdächtiger musste wieder freigelassen werden. © dpa
16.05.2010

Entführte Bankiersfrau: Tatverdächtiger wieder frei

HEIDENHEIM. Eine heiße Spur der Polizei im Fall der entführten Heidenheimer Bankiersfrau hat sich als falsch erwiesen: Ein zunächst festgenommener 44-jähriger Tatverdächtiger wurde nach kurzem wieder freigelassen, teilte die Polizei am Sonntagabend mit. Zuvor hatte sie sein Anwesen in der Region der Wohnhauses des Opfer durchsucht - ohne die Frau dort zu finden.

Bildergalerie: Bankiersfrau entführt

Die Lage der entführten Bankiersfrau aus Heidenheim wird nach Einschätzung der Polizei immer bedrohlicher. Seit Mittwoch gibt es kein Lebenszeichen mehr von der 54 Jahre alten Frau des Vorstandschefs der Kreissparkasse Heidenheim - im Wettlauf mit der Zeit durchkämmten Hunderte von Polizisten am Wochenende mit nochmals verstärkter Suchmannschaft ein teilweise schwer zugängliches Gebiet rund um den Wohnort der 54-jährigen. In ihrer Verzweiflung setzte die Familie eine Belohnung von 50.000 Euro aus für Hinweise, die zur Freilassung der Mutter zweier Kinder führen könnten.

„Entweder ist sie seit fünf Tagen in der Gewalt ihrer Entführer oder wurde zurückgelassen. Und da kein Kontakt zu den Entführern besteht, müssen wir davon ausgehen, dass sich die Frau in allerhöchster lebensbedrohlicher Lage befinden könnte. Wir fordern die Entführer auf, sich zu melden“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die Lage für die Frau „wird von Tag zu Tag immer prekärer“.

Die Suche nach Maria Bögerl konzentrierte sich am Sonntag auf das bewaldete Gebiet mit vielen Hängen nördlich von Heidenheim zwischen den Ortschaften Nietheim und Schnaitheim. Dort wohnt die Vermisste mit ihrer Familie. Ein Gebiet in der Größe von 13 mal 15 Kilometern hat die Polizei bereits abgesucht. Ein genauer Plan für den Montag lag noch nicht vor.

Die 54-Jährige war am Mittwochvormittag aus dem Haus der Familie entführt worden. Wenig später rief ein Erpresser den Ehemann an und forderte Geld. Bei dieser Gelegenheit konnte Maria Bögerl ihren Mann kurz sprechen und berichtete, sie sei in Lebensgefahr. Die geforderte Summe in Höhe von 300.000 Euro wurde wie gefordert neben der Autobahn A7 hinterlegt, aber nicht abgeholt. Nach einer gescheiterten Geldübergabe brach jeder Kontakt zu den Tätern ab.

Inzwischen wurden zwar Auto und Handy der Frau gefunden. Von ihr selbst fehlte jedoch jede Spur. Spurentechniker untersuchten das Fahrzeug der Vermissten. Zum Ergebnis äußerte sich die Polizei nicht. Auch eine Suchaktion von Tauchern der Wasserschutzpolizei in drei Regenrückhaltebecken entlang der A7 blieb ohne Ergebnis. Mit einem Flugblatt, das unter anderem von Mitarbeitern der Kreissparkasse Heidenheim verteilt wird, erhofft sich die Polizei nun „gezielte Hinweise“ auf den Verbleib der Entführten. dpa