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29 Anwohner ziehen erneut vor Gericht, um die Inbetriebnahme der 364 Kilometer langen Pipeline doch noch zu verhindern. Sie soll von diesem Sommer an Ethylengas von Chemiestandorten in Bayern bis nach Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz befördern. Foto: dpa
Ethylen-Pipeline quer durch Baden-Württemberg
26.03.2012

Entscheidender Prozess um Ethylen-Pipeline durch den Südwesten

Stuttgart (dpa/lsw) - Nach mehreren Eilverfahren beginnt an diesem Donnerstag der Hauptprozess um eine geplante Ethylen-Pipeline quer durch Baden-Württemberg.

Das Verwaltungsgericht Stuttgart muss entscheiden, ob ein Konsortium aus mehreren großen Chemieunternehmen die gut 360 Kilometer lange Leitung überhaupt verlegen durfte. Zahlreiche Anwohner - vor allem Landwirte - wehren sich dagegen. Sie waren allerdings durch einen Beschluss des Landtags gezwungen worden, die Verlegung der Pipeline auf ihren Feldern zu dulden.

In mehreren Eilentscheidungen hatten die Richter abwechselnd den Anwohnern und den Chemiekonzernen recht gegeben. Nach zwei Baustopps ist die Pipeline inzwischen aber nahezu fertiggestellt. Die Pipeline soll eine direkte Verbindung vom bayerischen Chemiestandort Münchsmünster ins rheinland-pfälzische Ludwigshafen herstellen, wo unter anderem der Chemieriese BASF angesiedelt ist.

In diesem Sommer soll sie in Betrieb genommen werden. Bislang wird Ethylen, das für die Kunststoffproduktion benötigt wird, mit Lastwagen und Schiffen durch Süddeutschland transportiert. Doch die Anwohner fürchten um ihre Sicherheit und Gesundheit. Sie sehen unter anderem die Gefahr, dass es bei einem Leck in der Pipeline eine verheerende Explosion geben könnte. Die Gesellschaft Ethylen-Pipeline Süd (EPS) hält solche Ängste für unbegründet und verweist auf zahlreiche entsprechende Gutachten.

Sollten die Anwohner vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart Recht bekommen, müsste EPS die Pipeline im Extremfall wieder entfernen. Allerdings haben beide Seiten bereits angekündigt, das Urteil bei einer Niederlage anzufechten.