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Ließ sich am Freitag am Tag seines 90. Geburtstags feiern: SPD-Urgestein Erhard Eppler. Auch Parteichef Sigmar Gabriel (etwas verdeckt) erwies dem Jubilar seine Referenz. Die SPD richtete Eppler zu Ehren ein Symposium im Landtag aus. Foto: dpa
Ließ sich am Freitag am Tag seines 90. Geburtstags feiern: SPD-Urgestein Erhard Eppler. Auch Parteichef Sigmar Gabriel (etwas verdeckt) erwies dem Jubilar seine Referenz. Die SPD richtete Eppler zu Ehren ein Symposium im Landtag aus. Foto: dpa
09.12.2016

Erhard Eppler sieht an seinem 90. Geburtstag die SPD nicht am Ende

Für SPD-Vordenker Erhard Eppler spielt die Sozialdemokratie eine große Rolle im Kampf gegen eine gesellschaftliche Spaltung. Für dauerhaften Frieden brauche man funktionierende Staaten und Gesellschaften, die nicht auseinanderbrächen, sagte Eppler an seinem 90. Geburtstag in Stuttgart bei einem Empfang vor rund 200 Gästen. Daraus erwachse eine große Aufgabe gerade für die Sozialdemokratie. „Ich glaube nicht, dass diese SPD altmodisch geworden ist, dass sie sich überlebt hat. Möglicherweise steht sie vor einem neuen und für unsere ganze Gesellschaft entscheidenden Anfang“, sagte er vor dem Hintergrund der Erfolge von Rechtspopulisten in Europa.

Parteichef Sigmar Gabriel überbrachte dem 90 Jahre alten gebürtigen Ulmer die Glückwünsche von „440.000 deutschen Sozialdemokraten“. Auch er schlug angesichts niedriger Umfragewerte seiner Partei im Bund und im Land wenige Monate vor der Bundestagswahl nachdenkliche Töne an. „Ich glaube, dass wir mit der Geschichte ,Aufstieg durch Bildung’, die wir gerne erzählen und die zur Sozialdemokratie gehört, einem Teil von Menschen zeigen: Du gehörst nicht dazu.“ Die kulturelle Spaltung zwischen dem Alltagsempfinden der Menschen und dem, was sie als politische Elite wahrnähmen, müsse überbrückt werden. Gabriel bat Eppler, der Partei in dieser schwierigen Phase weiter mit Rat zur Seite zu stehen.

An dem Geburtstagsempfang nahmen frühere Weggefährten Epplers teil, darunter der einstige SPD-Bundesvorsitzende Hans-Jochen Vogel und die frühere Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Eppler war früher unter anderem Bundesminister für Entwicklungshilfe und SPD-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg.