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Neun Kleinunternehmer türkischer und griechischer Herkunft sollen die Mitglieder der Zwickauer Terrorzelle ermordet haben - und eine Polizistin. Die Motive für den Mord von Heilbronn bleiben mysteriös. Foto: dpa
Neun Kleinunternehmer türkischer und griechischer Herkunft sollen die Mitglieder der Zwickauer Terrorzelle ermordet haben - und eine Polizistin. Die Motive für den Mord von Heilbronn bleiben mysteriös. Foto: dpa © dpa
13.09.2012

Ermittler: Motiv für Polizistenmord von Heilbronn bleibt unklar

Berlin/Heilbronn. Auch mehr als fünf Jahre nach dem Polizistenmord von Heilbronn ist das Motiv für die Tat ungeklärt. Bis heute seien die Beweggründe der Täter unbekannt, sagte der Leiter der zuständigen Sonderkommission, Axel Mögelin, am Donnerstag im Neonazi-Untersuchungsausschuss des Bundestages in Berlin.

Der Mord soll auf das Konto der rechtsextremen Terrorzelle NSU gehen. Wenn es keine neuen Hinweise gebe, werde das Motiv wohl offen bleiben. Am 25. April 2007 war die Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn mit einem Kopfschuss getötet. Ihr Kollege überlebte den Anschlag schwer verletzt.

Der «Nationalsozialistische Untergrund» wird insgesamt für zehn Morde zwischen den Jahren 2000 und 2007 verantwortlich gemacht. Der Fall in Heilbronn war nach bisherigen Erkenntnissen der letzte der düsteren Serie.

Der Mordfall gibt bis heute viele Rätsel auf. Er fällt aus dem Raster der übrigen Serie, der neun türkisch- oder griechischstämmigen Kleinunternehmer zum Opfer fielen. Bis zum Auffliegen der Terrorzelle im Herbst 2011 fanden die Ermittler keinen Hinweis auf einen terroristischen oder extremistischen Zusammenhang.

Bei den Leichen der mutmaßlichen Täter Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt waren Ende 2011 auch die Dienstwaffen der 2007 in Heilbronn getöteten Polizistin Kieswetter und ihres schwer verletzten Kollegen gefunden worden.

Der Ermittler Mögelin, der die Sonderkommission erst lange nach der Tat im Jahr 2010 übernommen hatte, betonte, es habe keine Hinweise auf einen rechtsextremen Hintergrund gegeben. Die Ermittler hätten in verschiedene Richtung nachgeforscht und seien allen belastbaren Spuren nachgegangen. Die Sonderkommission habe mit aller Kraft versucht, den Fall aufzuklären und bis an die Belastungsgrenze gearbeitet. «Wir sind in manche Sackgasse gerannt», sagte Mögelin, «aber aufgegeben haben wir nicht.» Ihm und seinen Kollegen tue es gegenüber den Angehörigen besonders leid, dass viele Fragen offen blieben.

Der Neonazi-Untersuchungsausschuss im Bundestag befasst sich seit Januar mit den Verbrechen der Terrorzelle NSU. Bei der Aufklärung gab es zahlreiche Pannen und Fehler. Am Donnerstag sollten in dem Gremium auch der damals zuständige Staatsanwalt im Fall Heilbronn und der frühere Präsident des Landesamts für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg, Johannes Schmalzl, aussagen.