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24.07.2015

Ermittler im Mordfall Michèle Kiesewetter verteidigt sich

Stuttgart. Die Staatsanwaltschaft hat Vorwürfe im Zusammenhang mit Ermittlungen im Mordfall Michèle Kiesewetter zurückgewiesen. Der damalige Ermittlungsführer Christoph Meyer-Manoras verteidigte am Freitag im NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags sowohl die Nichtveröffentlichung von Phantombildern als auch die Tatsache, dass ein privater Email-Account Kiesewetters nicht näher untersucht wurde. Meyer-Manoras schloss sich der Auffassung der Bundesanwaltschaft an, wonach die Tötung Kiesewetters eine Zufallstat war.

Der rechtsterroristische „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) habe geplant, Polizisten anzugreifen sowie Waffen und Ausrüstung zu stehlen, sagte er. Meyer-Manoras bezeichnete die Morde des NSU als „Bilanzterrorismus“.

Die Abgeordneten zeigten sich damit aber nicht ganz zufrieden. Ausschusschef Wolfgang Drexler (SPD) sagte, die Entscheidung zum Mailfach könne er nicht nachvollziehen. Insbesondere die Grünen bezweifelten, dass die Ermittler Hinweisen zu rechtsextremistischen Bezügen in Kiesewetters Umfeld ausreichend nachgegangen sind. Kiesewetter war 2007 in Heilbronn ermordet worden – mutmaßlich von den Rechtsterroristen des NSU.