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Taxifahrer nach Unfall mit Polizeiauto weiter in Lebensgefahr © dpa
Taxifahrer nach Unfall mit Polizeiauto weiter in Lebensgefahr.
Taxifahrer nach Unfall mit Polizeiauto weiter in Lebensgefahr © dpa
10.04.2012

Ermittler suchen Ursache für Todes-Crash mit Polizeiauto

Karlsruhe (dpa/lsw) - Nach der tödlichen Kollision eines Polizeiautos mit einem Taxi in Karlsruhe suchen Polizei und Staatsanwaltschaft weiter klare Hinweise zur Unfallursache. Aus Neutralitätsgründen sei die Polizeidirektion Pforzheim in die Untersuchung des Unfalles einbezogen worden, sagte ein Karlsruher Polizeisprecher am Dienstag.

Bei dem Unglück war in der Nacht zum Ostermontag eine in dem Taxi sitzende 25-jährige Frau ums Leben gekommen, der Taxifahrer schwebte am Dienstag weiter in Lebensgefahr. Drei weitere Insassen des Taxis wurden schwer verletzt.

Ein Polizist war en Angaben zufolge in dem Streifenwagen mit Martinshorn und Blaulicht auf dem Weg zu einem Einsatz gewesen, als er mit dem Taxi zusammenstieß. Er wurde inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen, wird aber weiter psychologisch betreut, hieß es. «Der Mann wollte helfen und nun dieses tragische Ende», sagte der Sprecher. Der 23 Jahre alte Polizist war als Mitglied eines speziellen Zugriffstrupps zu einem Einsatz in Rheinstetten unterwegs, zum dem verschiedene Kräfte wegen einer Bedrohung mit einem Messer eilten. Dass er alleine fuhr, sei keineswegs ungewöhnlich und auch kein Verstoß gegen geltende Vorschriften, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft zog einen Gutachter hinzu, der sich am Unfallort ein Bild des Geschehens machte. Mit ersten Ergebnissen sei erst in einigen Tagen zu rechnen, sagte Staatsanwalt Rainer Bogs. Außerdem sollen die Insassen des Taxis, der Unglücksfahrer selbst und gegebenenfalls Augenzeugen befragt werden. Der Zustand des lebensgefährlich verletzten Taxifahrers stabilisierte sich inzwischen. Vernehmungsfähig sei er aber noch nicht. Der unter Schock stehende Polizist ist bis auf weiteres krankgeschrieben.

Das Taxi hätte eigentlich Vorfahrt gehabt, als es von dem Polizeiwagen erfasst wurde. Bei dem Fahrzeug wie auch dem Streifenwagen entstand Totalschaden; insgesamt beläuft sich der Sachschaden auf rund 85 000 Euro. Die Karlsruher Polizei war erst zu Ostern wegen häufiger Unfälle in die Kritik geraten. Am Donnerstag hatte Polizeipräsidentin Hildegard Gerecke erklärt, die Behörde werde den 158 selbst verschuldeten Unfällen «auf den Grund gehen».