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Entnahme einer Speichelprobe: Die wissenschaftlichen Möglichkeiten bei der Auswertung von alten DNA-Spuren haben sich über die Jahre verbessert, was vielleicht doch noch den Mörder einer jungen Heidenheimerin finden lässt. Foto: dpa
Entnahme einer Speichelprobe: Die wissenschaftlichen Möglichkeiten bei der Auswertung von alten DNA-Spuren haben sich über die Jahre verbessert, was vielleicht doch noch den Mörder einer jungen Heidenheimerin finden lässt. Foto: dpa
27.10.2015

Ermittler wollen mit Speichelproben 32 Jahre alten Mordfall lösen

Mit Speichelproben versucht die Kriminalpolizei, einen 32 Jahren alten Mordfall in Heidenheim aufzuklären. Eine 18-Jährige war dort im März 1983 getötet worden. „Die Personen, die damals mit ihr in Kontakt waren, werden sukzessive zur Abgabe einer Speichelprobe aufgefordert, um deren DNA mit aufgefundenem Spurenmaterial zu vergleichen“, sagte Armin Burger, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ellwangen.

Dutzende ältere Männer vor allem aus der Region Heidenheim stünden im Fokus der Ermittler. Die DNA-Tests liefen seit geraumer Zeit. Grund der Offensive: Die Spuren könnten heute besser analysiert werden. „Die wissenschaftlichen Möglichkeiten bei der Auswertung von alten DNA-Spuren haben sich über die Jahre verbessert“, sagte Burger.

Der Fall ist tragisch: Die 18-jährige Schwimmmeistergehilfin verlässt am Abend des 11. März 1983 ihr Elternhaus, um eine Freundin zu besuchen. Dort kommt sie aber nie an. Tags darauf melden die Eltern sie als vermisst. Zwei Tage später entdecken spielende Kinder ihre Leiche in einer Waldlichtung – nur vier Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt. Die Ermittler gehen von einem Sexverbrechen aus.

Es ist nicht der einzige ungelöste Mordfall in der Region: Auch das Verbrechen an Bankiersgattin Maria Bögerl wurde nie aufgeklärt. Die Frau des damaligen Heidenheimer Sparkassenchefs Thomas Bögerl wird im Mai 2010 aus ihrem Haus entführt. Die Täter verlangen 300.000 Euro, die Übergabe des Lösegelds scheitert. Anfang Juni findet ein Spaziergänger die verweste Leiche der 54-Jährigen an einem Waldrand bei Heidenheim. Die Polizei hat mehr als 10.000 Spuren gesammelt. Tausende Männer aus Neresheim (Ostalbkreis) und Giengen an der Brenz (Kreis Heidenheim) beteiligten sich an DNA-Massentests. Doch die Ermittler treten weiter auf der Stelle.