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Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv
Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv
12.08.2015

Ermittlungen gegen Porsche-Aufsichtsrat Uwe Hück eingestellt

Stuttgart (dpa) - Die Ermittlungen gegen den Vize-Aufsichtsratschef der Porsche Holding Uwe Hück sind eingestellt worden. Das teilte das Betriebsratsbüro des Autobauers Porsche AG am Mittwoch in Stuttgart mit. Hück ist zugleich auch Betriebsratschef der Porsche AG, einer VW-Tochter. Er zeigte sich erleichtert. Er habe immer an den Rechtsstaat geglaubt, sagte Hück. «Für dieses Vertrauen bin ich jetzt belohnt worden.»

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte wegen der Übernahmeschlacht zwischen Volkswagen und Porsche Ermittlungen gegen den kompletten früheren Aufsichtsrat der Porsche-Dachgesellschaft SE aufgenommen. Zu den Mitgliedern gehörten unter anderem Wolfgang Porsche und Ferdinand Piëch. Grund war der Verdacht auf Beihilfe zur Marktmanipulation, mit der Anleger womöglich getäuscht worden seien.

 

Eine Sprecherin der Stuttgarter Staatsanwaltschaft sagte, sie dementiere die Einstellung von Hücks Verfahren nicht. Zu den Ermittlungen gegen die übrigen Aufsichtsratsmitglieder wollte sie sich nicht äußern. Laut Geschäftsbericht gehörten damals auch Hans Baur, Ulrich Lehner, Wolfgang Leimgruber, Hans Michel Piëch, Ferdinand Oliver Porsche, Hans-Peter Porsche, Hansjörg Schmierer, Walter Uhl und Werner Weresch dem Gremium an.

Die Anklage steht im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und seinen ehemaligen Finanzchef Holger Härter. Die beiden müssen sich vom 22. Oktober an vor dem Stuttgarter Landgericht wegen Marktmanipulation verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft Wiedeking und Härter vor, Anleger zwischen 2007 und 2009 nicht ausreichend über Porsches Pläne zum VW-Einstieg informiert zu haben. Wiedeking und Härter weisen das zurück.

Die Klage gegen Wiedeking und Härter war erst im zweiten Anlauf zugelassen worden. Das Landgericht Stuttgart hatte sie zunächst abgewiesen. Daraufhin legte die Staatsanwaltschaft Beschwerde beim Oberlandesgericht (OLG) ein - mit Erfolg. Das Oberlandesgericht hält eine Verurteilung demnach zumindest nicht für unwahrscheinlich. Im Rahmen einer Hauptverhandlung könnten zudem wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden, die aus den schriftlichen Unterlagen nicht hervorgehen.

Wiedeking hatte den Sportwagenbauer als Porsche-Chef aus der Krise zu immer neuen Rekorden geführt. Er gehörte zu den erfolgreichsten Managern des Landes, bis er sich bei dem Versuch verhob, den viel größeren Autobauer Volkswagen zu schlucken. Der Plan scheiterte auch wegen der Entwicklungen an den Finanzmärkten und der hohen Schuldenlast Porsches. Am Ende brachte es die Porsche-Holding nur auf 51 Prozent und musste das operative Geschäft des Sportwagenbauers Porsche an VW verkaufen.