nach oben
Eine Verbindung zur Rockerszene vermutet die Kripo Neu-Ulm, die nach den tödlichen Schüssen im Dezember nun auch wegen Brandstiftung ermittelt.
Eine Verbindung zur Rockerszene vermutet die Kripo Neu-Ulm, die nach den tödlichen Schüssen im Dezember nun auch wegen Brandstiftung ermittelt. © Symbolbild: dpa
28.01.2013

Ermittlungen nach tödlichen Schüssen: Verbindung zur Rockerszene möglich

Neu-Ulm (dpa/lsw) - Nach den tödlichen Schüssen Mitte Dezember in Neu-Ulm prüft die Kripo nun einen Zusammenhang mit zwei ungeklärten Brandstiftungen in Gaststätten. Am 16. Dezember 2012 waren zwei Mitarbeiter einer Security-Firma auf der Straße niedergeschossen worden, ein 31-Jähriger aus dem Alb-Donau-Kreis starb wenige Stunden später. Ein 41-Jähriger wurde schwer verletzt. Die Ermittler vermuten eine Verbindung zur Rockerszene, auch wegen der noch ungeklärten Brände.

Drei Männer im Alter von 21 bis 26 Jahren, darunter zwei Brüder, sitzen wegen der Bluttat in Untersuchungshaft. Ihnen wird ein gemeinschaftlich begangenes Tötungsdelikt vorgeworfen.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurde nun möglicherweise die Tatwaffe gefunden. Polizeitaucher hatten 1,3 Kilometer der Donau abgesucht und dabei eine Schusswaffe entdeckt. Jetzt klären Spezialisten, ob dies die Tatwaffe ist.

Die Sonderkommission der Kriminalpolizei will eine vermutete Verbindung zum Rocker- und Rotlichtmilieu sowie zur Türsteherszene klären. Dabei arbeiten die Ermittler übergreifend in Bayern und Baden-Württemberg. Bislang gebe es aber noch keine Beweise, «dass es sich um eine Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Rockergruppierungen handelte», berichtete die Polizei.

Nun sollen zwei Brände vom März 2012, bei denen ebenfalls eine Verbindung zur Rockerszene vermutet wird, noch einmal näher untersucht werden. Bei den beiden vorsätzlich gelegten Feuern in Neu-Ulmer Gaststätten entstand ein Schaden von mehr als 300 000 Euro.