Achtung, hier spricht nicht die Polizei
Wenn das Teleflon klingelt, sollte man stets Anfragen oder Bitten Fremder in Frage stellen. Es könnten Betrüger am anderen Ende der Leitung sitzen. 

Ermittlungsgruppe gelingt Erfolg gegen Bande falscher Polizisten

Stuttgart. Schon wieder gingen den Ermittlern der Spezialeinsatzgruppe "Trust" des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg Betrüger ins Netz, die als Teil einer organisierten Bande ältere Menschen um Wertgegenstände wie Schmuck oder Bargeld erleichert hatten.

Bereits am 24. April gelang es den Ermittlern, mit Unterstützung einer Spezialeinheit des Polizeipräsidiums "Einsatz" im Rems-Murr-Kreis einen 23-Jährigen und seine 16-jährige Begleiterin festzunehmen. Die Beiden sollen innerhalb einer organisierten Bande für die Beuteverwertung verantwortlich gewesen sein und zum Beispiel Bargeld oder Schmuck von Mittätern übernommen und an Hintermänner weitergeleitet oder anderweitig verwertet haben.

Ermittlungen gegen international operierende Bande

Die Festnahme erfolgte im Zuge eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen gewerbs- und bandenmäßig begangenen Betrugs. Diese hat die speziell eingerichtete Ermittlungsgruppe "Trust" beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit den Ermittlungen beauftragt. Die umfangreichen Ermittlungen richten sich gegen eine international operierende Tätergruppe, welche im Phänomenbereich Callcenterbetrug - falscher Polizeibeamter - bundesweit ältere Menschen kontaktiert und diesen vorgaukelt, dass sie Wertgegenstände wie Bargeld oder Schmuck an einen vermeintlichen Polizeibeamten übergeben sollen. Die verdeckt geführten Ermittlungen hatten die LKA-Ermittler auf die Spur der Festgenommenen gebracht.

Bei der anschließenden Durchsuchung des Fahrzeuges, mit welchem die Beiden eigens aus dem Saarland anreisten, konnten die Ermittler mehrere tausend Euro Bargeld sicherstellen. Das Geld hatten falsche Polizisten nach Erkenntnissen der LKA-Ermittler am 23. und 24. April 2019 in den Landkreisen Ludwigsburg und Heilbronn ergaunert. Es soll schnellstmöglich an die bereits ermittelten Opfer zurückgegeben werden.

Nach Vorführung beim zuständigen Haftrichter wurde der 23-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Seine Begleiterin im Jugendalter wurde gegen Haftauflagen auf freien Fuß gesetzt.

Tipps für den Schutz vor falschen Polizisten und Abzocke

Um sich vor falschen Polizeibeamten zu schützen, gibt die Polizei folgende Tipps:

  • Die Polizei ruft Sie niemals unter dem Polizeinotruf 110 an
  • Die Polizei verlangt niemals am Telefon, dass Sie Geld und Wertsachen herausgeben
  • Bei Anrufen den Hörer sofort auflegen, wenn Sie:
  1. das Telefonat und die Angelegenheit geheim halten sollen
  2. schnelle Entscheidungen treffen sollen
  3. Kontakt mit Fremden aufnehmen sollen
  4. persönliche Daten, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenstände herausgeben sollen
  • Wählen Sie die 110 und teilen Sie den verdächtigen Anruf mit. Benutzen Sie NICHT die Rückruffunktion, da Sie sonst wieder bei dem Anrufer und Täter landen könnten
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht ausfragen. Geben Sie keine Auskünfte zu Ihren persönlichen und finanziellen Verhältnissen
  • Beraten Sie sich mit Ihrer Familie oder Personen, denen Sie vertrauen

Weitere Informationen zum Berug durch falsche Polizisten sowie das Faltbatt "Vorsicht, Abzocke" finden Sie im Internet unter www.polizei-beratung.de.

Auch das ZDF hat sich mehrfach mit der Thematik beschäftigt. So auch in einer Folge der Serie "Aktenzeichen XY ungelöst":

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