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Bereits am Mittwochmorgen ist es zu Ausschreitungen gekommen, als die Polizei eine illegale Wagenburg der links-alternativen Szene in Freiburg geräumt hat.
Erneut Ausschreitungen linker Gruppen in Freiburg
04.08.2011

Erneut Ausschreitungen linker Gruppen in Freiburg

FREIBURG. Nach der Räumung einer illegalen Wagenburg der links-alternativen Szene in Freiburg hat es erneut Ausschreitungen gegeben. Ein Streifenwagen der Polizei wurde in der Nacht zum Donnerstag mit Flaschen und Leuchtraketen beschossen, teilte die Polizei mit.

Zwei Polizisten wurden leicht verletzt. Sechs Verdächtige, aus deren Gruppe heraus die Polizei attackiert worden war, wurden festgenommen. Auch in den kommenden Tagen will die Polizei in erhöhter Alarmbereitschaft bleiben. Am Mittwochmorgen hatte sie mit einem Großaufgebot eine im Mai 2009 errichtete Wagenburg geräumt. In den Stunden zuvor hatte es Krawalle gegeben.

Die jüngsten Angriffe ereigneten sich vor einem Treffpunkt der links-alternativen Szene unweit einer Eisenbahnlinie. Die Polizei drang in das als alternatives Kulturzentrum betriebene Gebäude ein. Die Festgenommenen wurden den Angaben zufolge am frühen Morgen wieder auf freien Fuß gesetzt.

«Wir verzeichnen in der Szene eine weiterhin gereizte Stimmung und sind vorbereitet», sagte ein Polizeisprecher. In der Nacht nach der Räumung der Wagenburg seien rund um das Gelände 51 Verdächtige kontrolliert worden. Elf davon seien der Polizei als «linke Gewalttäter» bekanntgewesen. Sie stammten den Angaben zufolge alle nicht aus Freiburg. Die Polizei vermutet, dass sie extra für die Krawalle angereist sind.

Nach den Gewaltaktionen in der Nacht zum Donnerstag meldeten sich zudem weitere Opfer. Darunter ist Polizeiangaben eine 53 Jahre alte Fahrradfahrerin, die in der Nacht über ein über die Straße gespanntes Stahlseil gestürzt und verletzt worden war. Unbekannte und Vermummte hatten zudem Barrikaden errichtet und angezündet, zwei Bagger in Flammen gesetzt und mit Brandbomben geworfen.

Ein Sprecher der geräumten Wagenburg «Kommando Rhino» sagte, die Gewalt sei nicht aus seiner Gruppe heraus gekommen. Die Wagenburg werde weiter politisch für ein eigenes Grundstück kämpfen. dpa