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Ganz gleich ob Unbekannte direkt an der Tür klingeln oder sich telefonisch melden, man sollte immer deren Absichten hinterfragen, so der Rat der Polizei.

Erneut Trickbetrüger im Südwesten unterwegs - Worauf man unbedingt achten sollte

Stuttgart/Heidelberg/Neckargmünd. Vorsicht ist immer dann geboten, wenn sich vermeintlich Verwandte urplötzlich melden und insbesondere ältere Mitbürger um Geld bitten. Doch es geht sogar noch dreister.

Unbekannte haben sich im Laufe des vergangenen Mittwochs gegenüber einer 73-Jährigen aus Möhringen sowie gegenüber einer 83-Jährigen aus Feuerbach als Polizeibeamte ausgegeben und Bargeld im Wert von mehreren Zehntausend Euro erbeutet. Im Laufe des Mittwochs kontaktierte ein unbekannter Mann die 83 Jahre alte Frau telefonisch und gab sich gegenüber ihr als Polizeibeamter aus. Der vermeintliche Polizist suggerierte der Dame, dass ihr Geld aufgrund von Falschgeldermittlungen auf der Bank nicht mehr sicher sei. Weiter würde sie im Visier von Einbrechern stehen.

Die Dame hob daraufhin mehrere Zehntausend Euro von ihrem Sparbuch ab und übergab das Geld gegen 22 Uhr einem unbekannten Mann. Offensichtlich forderten die Täter das Opfer auf, weiteres Bargeld auszuhändigen. Daher versuchte die Dame am Donnerstagnachmittag in einer Bankfiliale in der Stuttgarter Innenstadt nochmals mehrere Zehntausend Euro abzuheben. Eine Bankangestellte schöpfte Verdacht und verständigte die Polizei. Auch die 73-Jährige aus Möhringen erhielt am Mittwoch einen Anruf eines angeblichen Polizeibeamten. Unter dem bekannten Vorwand hob die Dame mehrere Tausend Euro ab. Am nächsten Tag versuchte sie erneut einen hohen fünfstelligen Betrag in einer Bankfiliale abzuheben. Auch in diesem Fall schöpften die Bankangestellten Verdacht und alarmierten die echte Polizei.

Trotz des Einsatzes mehrerer uniformierter und ziviler Polizeibeamter und intensiver Aufklärungsbemühungen offenbarte sich die Frau nicht gegenüber den Beamten. Sie bestand auf die Abhebung eines unbekannten Geldbetrages am Geldautomaten. Weitergehende Ermittlungen bestätigten jedoch das Vorliegen eines Trickbetruges. Mutmaßlich redeten die Täter der Frau ein, sie sei aufgrund von angeblichen Ermittlungen zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ob es zu einer Geldabholung bereits gekommen ist, kann nach derzeitigem Stand der Ermittlungen noch nicht gesagt werden.

Darüber hinaus kam es am Donnerstagabend zu einem Enkeltrickbetrug in Stuttgart-Mitte, bei dem eine 85-Jährige mehrere Zehntausend Euro Bargeld aushändigte. Im Laufe eines mehrstündigen Telefonats erweckte ein bislang Unbekannter gegenüber dem Opfer den Eindruck, es würde ein langjähriges Freundschaftsverhältnis bestehen. Für einen angeblichen Wohnungskauf bat der Täter um Geld. Aus diesem Grund übergab sie gegen 18 Uhr einem unbekannten Mann einen hohen fünfstelligen Bargeldbetrag. Kurze Zeit nach der Übergabe kamen der Geschädigten Zweifel auf und sie verständigte die Polizei.

Das Opfer schätzte das Alter des Abholers zwischen 20 und 30 Jahren, bei einer Körpergröße von zirka 160 Zentimeter und einer schlanken Statur. Neben einem dunklen Teint trug er die dunklen Haare kurz. Zum Tatzeitpunt war er mit einer dunklen Jacke und einer beigen Bauchtasche bekleidet. Er sprach hochdeutsch.

Auch in Neckargmünd und Heidelberg wurden am Freitagmorgen insgesamt vier Bürger aus Neckargemünd und Heidelberg Opfer von Enkeltrickbetrügern. Die Betrüger meldeten sich telefonisch bei den Betroffenen und gaben jeweils vor, deren Enkel oder Neffe zu sein. Während zwei der Geschädigten sofort bemerkten, dass es sich nicht um deren Verwandte handelt, täuschten die Betrüger in den anderen beiden Gesprächen vor, dass sie sich beim Amtsgericht Kaiserslautern befinden und Geld benötigen würden. Doch auch in den beiden Fällen bemerkten die Geschädigten den Betrugsversuch und gingen nicht auf die Forderung der Unbekannten ein. Sie beendeten das Telefonat und verständigten die Polizei. Die Ermittlungsgruppe „Cash Down“ hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Die Polizei rät dringend, die folgenden Ratschläge zu beherzigen: