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In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal kam es in kurzer Zeit zu einem zweiten unklaren Todesfall, der nun näher untersucht werden muss.
In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal kam es in kurzer Zeit zu einem zweiten unklaren Todesfall, der nun näher untersucht werden muss. © dpa
24.10.2014

Erneut toter Häftling in JVA Bruchsal - Todesursache geklärt

Mehr als zwei Monate nach dem Hungertod eines Häftlings im Gefängnis Bruchsal gab es am Donnerstag einen zweiten Todesfall. Ein 52 Jahre alter Gefangener sei am Donnerstag im Flur der Krankenabteilung gestorben, teilte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe mit. Der Häftling hat sehr wahrscheinlich einen Herzinfarkt erlitten.

Das gehe aus dem vorläufigen Obduktionsergebnis hervor, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Karlsruhe am Freitag mit. Wahrscheinlich sei der Mann nach dem Infarkt gestürzt. Dabei habe er sich einen mehrfachen Schädelbruch zugezogen. Ob der Häftling rechtzeitig medizinisch versorgt worden sei, werde noch geprüft. Der 52-Jährige war mit einer stark blutenden Wunde am Hinterkopf an einer Treppe gefunden worden. Er starb im Flur der Krankenabteilung. Im August war bereits ein Häftling in Bruchsal gestorben, der in Einzelhaft saß.

Im neuerlichen Fall geht es den Angaben zufolge um einen Gefangenen, der sich wegen Schmerzen in der Brust zur Untersuchung in der Krankenabteilung aufgehalten hatte. Nachdem der Mann im Flur am Ende einer Treppe gefunden wurde, seien sofort Wiederbelebungsversuche unternommen worden, jedoch ohne Erfolg. Der Mann habe in Bruchsal mehrere Ersatzfreiheitsstrafen verbüßt, hieß es. Details hierzu nannte die Staatsanwaltschaft nicht.

Die JVA Bruchsal und der für sie verantwortliche Justizminister stehen seit dem ersten Todesfall am 9. August in der Kritik. Im Landtag hatte der Minister zuletzt Veränderungen bei der Einzelhaft angekündigt. Stickelberger war erst zehn Tage nach dem Tod des Gefangenen informiert worden. Ein Gutachten ergab, dass der Häftling verhungert ist. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt in diesem Fall wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den vorläufig suspendierten Anstaltsleiter und eine Ärztin.

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