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Dieser Mann wird im Zusammenhang mit der Supermarkt-Erpressung von der Polizei gesucht.
Dieser Mann wird im Zusammenhang mit der Supermarkt-Erpressung von der Polizei gesucht. © Polizei Konstanz
Dieser Mann wird von der Polizei im Rahmen der Erpressung gesucht.
Dieser Mann wird von der Polizei im Rahmen der Erpressung gesucht. © Screenshot Facebook
Die Polizei informiert in einer Pressekonferenz über die Erpressung.
Die Polizei informiert in einer Pressekonferenz über die Erpressung. © Screenshot Facebook
In einem Schreiben hatte der Täter angekündigt, Produkte in Lebensmittel- und Drogeriemärkten im In- und Ausland zu manipulieren. Diese wolle er mit einer Substanz vergiften.
In einem Schreiben hatte der Täter angekündigt, Produkte in Lebensmittel- und Drogeriemärkten im In- und Ausland zu manipulieren. Diese wolle er mit einer Substanz vergiften. © Symbolbild dpa
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28.09.2017

Erpresser vergiftet Lebensmittel: Bundesweite Drohung - Suche mit Foto

Konstanz. Mit vergifteten Lebensmitteln will ein Unbekannter Millionenbeträge von deutschen Supermarkt-Ketten erpressen. Vergiftete Nahrungsmittel, darunter Babynahrung, seien bisher nur in Friedrichshafen am Bodensee gefunden worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Betroffen waren demnach fünf Gläschen. Die Ermittler gehen zwar davon aus, alle vergifteten Gläser entdeckt zu haben. Es sei jedoch falsch, sich nur auf Babynahrung zu konzentrieren.

Im Livestream informierte die Polizei über den Stand der Dinge:

Der oder die Unbekannten gingen skrupellos vor, sagte ein Polizeisprecher. «Wir nehmen den Täter ernst.» Die betroffenen Geschäfte waren nach dpa-Informationen in einer Erpresser-E-Mail benannt worden. Es sei gedroht worden, 20 verschiedene Lebensmittel zu vergiften, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Alexander Boger bei einer Pressekonferenz in Konstanz. Den Ermittlern zufolge wurde ein zweistelliger Millionenbetrag erpresst. Laut «Bild»-Zeitung handelt es sich um zehn Millionen Euro.

Als Schadstoff bei der Lebensmittelerpressung wurde den Behörden zufolge Ethylenglycol verwendet worden. «Es wurde in die Nahrung eingerührt», sagte Ministerialrätin Petra Mock. Es handele sich um eine klare, süß schmeckende Flüssigkeit. «Schon 30 Milliliter sind bei Erwachsenen gesundheitsgefährdend», sagte sie , 100 Milliliter seien bereits kritisch. Bei Babys sei die Wirkung dementsprechend stärker. Ethylenglycol müsse aber nicht tödlich sein, wenn rechtzeitig ärztlich dagegen vorgegangen werde, sagte Mock.

In dem Schreiben, das der Erpresser den Konzernen und auch der Polizei zukommen ließ, hatte der Täter zuvor angekündigt, Produkte in Lebensmittel- und Drogeriemärkten im In- und Ausland zu manipulieren. Diese wolle er mit einer Substanz vergiften. In dem Schreiben sprach er konkret auch Märkte in Friedrichshafen an, wie die dpa erfuhr.

Die Behörden veröffentlichten ein Foto eines dringend Tatverdächtigen. Es handele sich um einen etwa 50 Jahre alten Mann mittlerer Größe mit schlanker, sportlicher Statur, sagte Polizeivizepräsident Uwe Stürmer. Der Mann habe «eventuell zur Tarnung» eine Brille getragen. Besonders auffällig sei ein weißer Sohlenrand an den Sportschuhen des Abgebildeten. «Bei dem Mann handelt es sich sehr wahrscheinlich um den Giftausbringer.»



Die Polizei bat Kunden um besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit. Es drohten «sehr ernsthafte Gesundheitsgefahren bis hin zum Tod», sagte ein Polizeisprecher. Die Menschen sollten auf manipulierte Produkte achten und die Polizei informieren. Auch zu Hause sollten Produkte zur Sicherheit kontrolliert werden. Glasverpackungen insbesondere sollten beim Öffnen wegen des Vakuums normalerweise «klacken». Es gebe aber keinen Grund für Panik und Hysterie.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg verlangte generell eine rasche Kommunikation. «Verbraucher sollten so schnell wie möglich über Probleme mit Lebensmitteln informiert werden, gerade wenn eine Gefahr für Leib und Leben bestehen könnte», sagte der Sprecher Niklaas Haskamp. Er fügte hinzu: «Wir können das im konkreten Fall nicht bewerten, da wir keinen Einblick in die Ermittlungsvorgänge und möglichen Gründe für den geplanten Veröffentlichungszeitpunkt haben.»

Die Polizei geht davon aus, dass noch kein vergiftetes Glas an die Öffentlichkeit gelangt sei. Erhöhte Aufmerksamkeit sei aber ab sofort beim Kauf von Produkten gefordert – und zwar nicht nur bei Babynahrung. Die Erpressung sei sehr ernst gemeint. Die Polizei arbeitet unter Hochdruck mit über 220 Ermittlern an dem Fall.

Betroffen seien Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet. Märkte aus Friedrichshafen seien bis jetzt identifiziert worden, aber der süddeutsche Raum, möglicherweise auch Österreich, könnten betroffen sein. Laut Medienberichten seien konkret Aldi, Rossmann, Lidl, DM, Müller, Edeka, Norma und Rewe vom Erpresser angeschrieben worden.