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Nach einer Beleidigung soll der AfD-Abgeordnete Stefan Räpple handgreiflich geworden sein.
Nach einer Beleidigung soll der AfD-Abgeordnete Stefan Räpple handgreiflich geworden sein. © dpa
14.11.2016

Erst beleidigt, dann attackiert? AfD-Fraktion beschäftigt sich mit Stefan Räpple

Stuttgart. Die AfD-Fraktion beschäftigt sich erneut mit internen Streitigkeiten. Im Mittelpunkt der Sitzung des Fraktionsvorstandes an diesem Montag und der Fraktionssitzung am Dienstag stehen Berichte, nach denen es im Anschluss an eine Landtagsdebatte am vergangenen Donnerstag zu Handgreiflichkeiten zwischen den Abgeordneten Stefan Räpple und Stefan Herre gekommen sein soll.

Auslöser war Räpples Ausruf "Volksverräter" gegen die Abgeordneten der anderen Fraktionen während einer Debatte zum Thema Islamismus. Damit handelte sich der Parlamentarier, der der radikalen Strömung angehört, einen Ordnungsruf der Landtagspräsidentin Muhterem Aras ein. Herre soll Räpple zur Rede gestellt haben, worauf dieser handgreiflich geworden sein soll.

In der Fraktion wolle man den Zwischenfall und mögliche Sanktionen erörtern, sagte der parlamentarische Geschäftsführer, Bernd Grimmer. Diese reichen von der Rüge bis zum Ausschluss aus der Fraktion. Für einen Ausschluss müssen drei Viertel der Fraktionsmitglieder stimmen.

Grimmer hält ebenso wie der AfD-Fraktionsvize Emil Sänze den Ordnungsruf für Räpple für gerechtfertigt. Auch Fraktionschef Jörg Meuthen pflichtete dem bei, äußerte sich aber nicht weiter dazu. Auch der Abgeordnete Heinrich Fiechtner zeigte sich irritiert angesichts der Wortwahl seines Kollegen. Der Begriff sei belastet durch seine Verwendung in der Nazizeit, er sei mit Blut und unangenehmen Empfindungen verbunden.

Dies sei Räpple zu erklären, ohne gleich zu disziplinarischen Maßnahmen zu greifen, meinte Fiechtner. Diese müssten hingegen ergriffen werden im Fall, dass Räpple seinen Fraktionskollegen angegriffen habe. Dann seien nach dem Motto "Wehret den Anfängen" Sanktionen geboten. 2Ein Abgeordneter muss sich soweit im Griff haben, sich nicht zu Übergriffen hinreißen zu lassen." Sonst bestehe das Risiko eines "wilden Durcheinanders" in der Fraktion.