nach oben
Mit Blumen und Kerzen gedenkt man in Kandel des jungen Opfers. Foto: dpa
Mit Blumen und Kerzen gedenkt man in Kandel des jungen Opfers. Foto: dpa
29.12.2017

Erstochene 15-Jährige: Kandels Bürgermeister fordert Sachlichkeit - Zweifel am Alter des Tatverdächtigen

Kandel. Nach der tödlichen Messerattacke eines 15-jährigen Afghanen auf eine 15-Jährige in Kandel hat der Bürgermeister der Verbandsgemeinde zu Zurückhaltung und Sachlichkeit aufgerufen. „Ich denke, was im Moment zählt, ist wirklich die Anteilnahme, ist wirklich das tiefe Mitgefühl“, sagte Volker Poß (SPD) am Freitag. Er kritisierte Forderungen nach einem härteren Umgang mit Flüchtlingen.

Das Mädchen war am Mittwoch in einem Drogeriemarkt der südpfälzischen Stadt Kandel mit einem Messer erstochen worden. Als dringend tatverdächtig gilt der Ex-Freund. Der mutmaßliche Täter ist ein nach Behördenangaben ebenfalls 15 Jahre alter Flüchtling aus Afghanistan, der in eine Jugendstrafanstalt gebracht wurde.

Nach Zweifeln am Alter des Tatverdächtigen betonte eine Sprecherin des Integrationsministeriums in Mainz: "Es gibt bisher keine verlässliche wissenschaftliche Methode, um das aktuelle Lebensalter eines Menschen festzustellen." Die Spannbreite einer ärztlichen Altersfeststellung betrage ein bis zwei Jahre nach oben und unten, erklärte das Ministerium und verwies dabei auf Stellungnahmen des Deutschen Ärztetages. Eine Altersdiagnostik bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen mittels radiologischer Verfahren und einer Genitaluntersuchung werde von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) abgelehnt. Neben ethischen Bedenken sei die wissenschaftliche Beweiskraft fraglich.
Dem Bürgermeister der pfälzischen Verbandsgemeinde seien vereinzelte Mails und Wortmeldungen „in einer für mich beschämenden Art und Weise“ zugegangen, sagte Poß. „Da ist von Politikerversagen die Rede, da werden Abschiebungen gefordert, da werden Konsequenzen in Bezug auf den Umgang mit unseren Flüchtlingen eingefordert“, sagte der Verwaltungschef. Unterdessen ist geplant, dass bei dem traditionellen ökumenischen Neujahrsgottesdienst am Montag in Kandel auch der 15-Jährigen gedacht werden soll. Schon am Donnerstag sei die eigens angebotene Öffnung der Kirchen gut angenommen worden, berichteten Geistliche der katholischen und der evangelischen Kirche gestern. „Es ist so, dass viele Menschen einen Ort suchen, an dem sie innehalten und in Ruhe eine Kerze anzünden oder einen Moment schweigen können“, sagte Pfarrerin Mirjam Dembek. Bürgermeister Poß sagte: „Wir sind nach wie vor alle schockiert, wir sind nach wie vor alle tief betroffen, und uns fehlen nach wie vor die richtigen Worte für diese schreckliche Tat.“

Ob der Verdächtige weiter zu der Tat schweigt, und ob er inzwischen überhaupt irgendetwas gesagt hat, wurde zunächst nicht bekannt. „Derzeit laufen die Ermittlungen auf Hochtouren“, war das einzige, was Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Über den Fortgang werde man voraussichtlich nächste Woche informieren.

„Tödlich endende Beziehungstaten sind eher ein Erwachsenenthema“, berichtet die Vorsitzende der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen, Theresia Höync, mit Blick auf die erstochene 15-Jährige im pfälzischen Kandel. „Beziehungen unter Jugendlichen sind meist kürzer. Bei Erwachsenen steht bei einer Trennung oft mehr auf dem Spiel: gemeinsame Kinder und Freunde, Verknüpfung mit Geld und Status“, so Höynck. Zu den extrem seltenen Tötungsdelikten unter Jugendlichen zählten eher solche, bei denen ein Streit vermutlich aus dem Ruder gelaufen und kein tödliches Ende geplant gewesen sei. Mit Blick auf die Bluttat von Kandel mit einem mutmaßlichen Täter afghanischer Herkunft sagt sie: „In solchen Fällen wird gerne das Ehrenthema bemüht. Aber wir müssen aufpassen, wir wissen es nicht, wir können nicht in den Kopf des Jugendlichen schauen.“ Möglicherweise habe er in seiner Heimat oder während der Flucht schlimme seelische Verletzungen erlitten.

nanos
30.12.2017
Erstochene 15-Jährige: Kandels Bürgermeister fordert Sachlichkeit - Zweifel am Alter des Tatverdächtigen

Ein Artikel zum Haare raufen 1. Der Bürgermeister von Kandel: Wenn das alles war. Ich meine Konsequenzen aus diesem und ähnlich gelagerten Fällen zu ziehen, anstatt es bei den eingeübten Beileidsbekundungen zu belassen ist eine nachvollziehbare Forderung. Beschämend ist, dass ein solches Nachdenken immer erst einsetzt wenn es Opfer gegeben hat und dann trotzdem keinerlei Konsequenzen folgen. 2. Die Einlassungen zur medizinischen Altersbestimmung Hier werden einseitigste Halbwahrheiten ...... mehr...

Isis
30.12.2017
Erstochene 15-Jährige: Kandels Bürgermeister fordert Sachlichkeit - Zweifel am Alter des Tatverdächtigen

Der hat gesehn, was dem Bürgermeister von Herxheim passierte!... mehr...

Eiermann
30.12.2017
Erstochene 15-Jährige: Kandels Bürgermeister fordert Sachlichkeit - Zweifel am Alter des Tatverdächtigen

Selbst einem mit der Situation überforderten Lokalpolitiker, der sonst vielleicht eher in der Presse steht, weil er die Feier des Geflügelzüchtervereins eröffnet hat, ist das schwer nachzusehen. Zur Sachlichkeit mahnen ist nicht das Problem. Wenn man aber liest, was der Mann kritisiert, dann ist man fassungslos. Er kritisiert, dass Bürger Konsequenzen im Umgang mit Flüchtlingen gefordert haben. Er kritisiert, dass die Menschen Abschiebungen verlangen. Er kritisiert, dass von Politikversagen ...... mehr...

Isis
31.12.2017
Erstochene 15-Jährige: Kandels Bürgermeister fordert Sachlichkeit - Zweifel am Alter des Tatverdächtigen

Man muß schon etwas minderbemittelt sein um nicht zu erkennen, daß es sich bei diesem Mann um einen handelt, der mind. 25 Jahre alt ist. mehr...