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Die Initiative "Pro-Paulus" engagiert sich gegen den geplanten Abriss der Kirche.
Abriss einzelner Gotteshäuser nicht mehr auszuschließen © dpa
26.03.2012

Erzdiözese Freiburg schließt Kirchenabrisse nicht aus

 

Freiburg/Mosbach/Rottenburg (dpa/lsw) - In den kommenden Jahren könnten mehrere Kirchen in Baden-Württemberg abgerissen oder einer neuen Bestimmung zugeführt werden. Dies teilte die Erzdiözese Freiburg der Nachrichtenagentur dpa mit. Es handele sich hierbei vor allem um Kirchen aus den 1960er Jahren. «Damals wurden aufgrund einer hohen Geburtenrate, einer steigenden Zahl an Katholiken und vielen Neubaugebieten zahlreiche Kirchen gebaut - oft sehr optimistisch geplant und überdimensioniert», sagte der Pressesprecher der Diözese, Robert Eberle. Einige Kirchen seien heute baufällig, viel zu groß für die Zahl der tatsächlichen Kirchenbesucher und verschlängen Unmengen an Energie.

Derzeit gebe es mit der St.Paulus-Kirche Mosbach-Lohrbach (Neckar-Odenwald-Kreis) allerdings nur einen konkreten Fall, in dem eine Kirche abgerissen werden soll. Die Initiative «Pro Paulus», die sich für den Erhalt dieser Kirche einsetzt, wirft der Diözese vor, das Gotteshaus mit überdimensioniert veranschlagten Renovierungskosten totrechnen zu wollen. Vorstand Josef Schäfer sagte bei einer Mahnwache: «Diese Schluss-Aus-Basta-Haltung aus Freiburg, könnte dazu führen, dass die Gläubigen der Kirche den Rücken zukehren.» Die Initiative sei zum Widerstand bereit und werde die Kirche notfalls auch besetzen.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind Schließungen dagegen derzeit kein Thema. «Der Bischof hat den strikten Kurs, Kirchen nicht zu schließen und erst recht nicht umzuwidmen oder abzureißen», sagte ein Sprecher. Dabei gehe es zum einen um die sakrale Bedeutung, die Kirchengebäude für gläubige Katholiken hätten. Allerdings seien die Probleme, die schrumpfende Gemeinden mit großen Gotteshäusern hätten, nicht zu leugnen, gab der Sprecher zu. Vor allem in Stuttgart und anderen Großstädten gebe es Gemeinden, in denen «der Bedarf der Kirchenräume an der Realität vorbeigeht.»